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Association lacanienne internationale


Lire Freud et Lacan

Sur cette Traduction de Freud par Jean-Pierre Rossfelder

paru aux éditions des crépuscules 2016
Sur cette Traduction de Freud
Alors que ce livre allait paraître j’apprends qu’une autre traduction de ce même texte vient de sortir. Que se passe-t-il ? N’est-ce-pas étrange ? Pourquoi cette concomitance ? et sur ce texte, quelques pages parmi les milliers écrites par Freud ?
C’est un travail proposé par L’école psychanalytique de Sainte-Anne sur « Bipolaire ? Vous avez dit bipolaire ? » qui m’a projeté dans cette traduction. J’ai l’habitude depuis bien des années de lire Freud en allemand et je dois dire que les rares tentatives que j’ai faites depuis, pour le lire en français m’étaient insupportables.  Toute musique, tout rythme enfin disons précisément son style disparaît de toute traduction. Je n’entendais plus la voix à laquelle j’étais habitué, je n’entendais plus sa voix. Aussi quand il m’a fallu citer Freud tout naturellement me suis-je mis à le traduire. Puis ainsi, sur incitation, je suis passé à la traduction entière de l’article.
Cette banalité : toute traduction, y compris la mienne bien sûr, est œuvre du traducteur et non hélas de l’auteur. Comme pour la poésie, et finalement pour des raisons proches, Freud est intraduisible.
Seulement c’est inacceptable, il faut traduire Freud une des rares voix que nous ayons encore dans le chaos dans lequel nous vivons.
Alors je m’y suis essayé…. autorisé par quoi ? Disons-le, oui, ma prétention à le lire et sembler l’entendre. Pour un artisan comme je le suis, qui finalement n’a aucune compétence particulière en allemand, sinon celle de lire Freud, un chemin est ouvert dont j’essaie par cette traduction de rendre compte. Les traductions dites savantes me semblaient pécher par le carcan dans lequel elles se situent elles-mêmes. C’est à dire tenter une traduction scientifique où le concept est souvent le guide, la logique binaire la voie et l’exactitude la nécessité. D’où une lourdeur certaine, rien n’y chante et certainement pas la voix de Freud et surtout sa lutte n’y est pas. Dans les traductions disons profanes, la phrase est mieux balancée, mais les écueils sont arrondis, tout semble plus loin, l’acharnement n’y est pas.
Je ne prétends pas avoir trouvé la solution mais je crois les quelques éléments suivants des guides sûrs :
-  Chaque article important de Freud répond à un moment précis de son travail, souvent un point d’arrêt qui implique pour lui une reprise et une scrutation impitoyable de son savoir du moment, il n’hésite pas à balayer et reprendre tout, dans un perpétuel mouvement tournant de retour sur ce qui précède et ce mouvement constitue l’écriture même de l’article. Et ce qu’il cerne dans ces spirales qui se referment, qu’il le nomme ou pas c’est bien sûr son champs, celui de l’inconscient.
- Le vocabulaire est à l’égal de cette recherche effrénée : rude, tranchant, net pour faire émerger ces choses dont il faut bien dire qu’elles disparaissent aussitôt qu’entrevue.   
-  Enfin que raconte Freud ? la plupart du temps, disons le, on n’y comprend rien et c’est bien ça le difficile, il n’est pas réductible au sens, même si il passe par celui-ci. Ce sont les détours, ce qui n’est qu’entrevue, ce qui ne s’attrape qu’à peine, ce qui disparaît dans son affirmation même qui sont en réalité ce qui s’écrit dans ce qu’il écrit.
Finalement, vous voyez que ce qui a présidé à cette traduction n’est guère gouverné par ce que les traducteurs appellent les problèmes de la traduction mais finalement ma position d’analyste lisant Freud.
Tout cela pourtant n’a pas été sans les longues heures passées à peser un mot, une phrase une tournure, une tentative de cohérence signifiante, ni sans cette désespérance de sentir à chaque nouvelle lecture de la traduction, crue finie, la nécessité s’imposant de la refaire comme dans un processus infini… qu’il faut pourtant un jour trancher.
Alors je souhaite que cette traduction puisse permettre à certains de mieux faire tourner le Freud de cet article dans leur tête comme si vous, moi, avions compris mais ce, en en gardant toutes les zones d’ombre, c'est-à-dire tout son prix.
Jean-Pierre Rossfelder07/11/2016

Trauer und Melancholie (1917 [1915]) (1)

Nachdem uns der Traum als Normalvorbild der narzißtischen Seelen­störungen gedient hat, wollen wir den Versuch machen, das Wesen der Melancholie durch ihre Vergleichung mit dem Normalaffekt der Trauer zu erhellen. Wir müssen aber diesmal ein Bekenntnis vorausschicken, welches vor Überschätzung des Ergebnisses warnen soll. Die Melancholie, deren Begriffsbestimmung auch in der deskriptiven Psychiatrie schwankend ist, tritt in verschiedenartigen klinischen Formen auf, deren Zusammenfassung zur Einheit nicht gesichert scheint, von denen einige eher an somatische als an psychogene Affektionen mahnen. Unser Material beschränkt sich, abgesehen von den Eindrücken, die jedem Beobachter zu Gebote stehen, auf eine kleine Anzahl von Fällen, deren psychogene Natur keinem Zweifel unterlag. So werden wir den Anspruch auf allgemeine Gültigkeit unserer Ergebnisse von vornherein fallenlassen und uns mit der Erwägung trösten, daß wir mit unseren gegenwärtigen Forschungsmitteln kaum etwas finden können, was nicht typisch wäre, wenn nicht für eine ganze Klasse von Affektionen, so doch für eine kleinere Gruppe.
Die Zusammenstellung von Melancholie und Trauer erscheint durch das Gesamtbild der beiden Zustände gerechtfertigt.(2) Auch die Anlässe zu beiden aus den Lebenseinwirkungen fallen dort, wo sie überhaupt durchsichtig sind, zusammen.
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Trauer ist regelmäßig die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer an ihre Stelle gerückten Abstraktion wie Vaterland, Freiheit, ein Ideal usw. Unter den nämlichen Einwirkungen zeigt sich bei manchen Personen, die wir darum unter den Verdacht einer krankhaften Disposition setzen, an Stelle der Trauer eine Melancholie. Es ist auch sehr bemerkenswert, daß es uns niemals einfällt, die Trauer als einen krankhaften Zustand zu betrachten und dem Arzt zur Behandlung zu übergeben, obwohl sie schwere Abweichungen vom normalen Lebensverhalten mit sich bringt. Wir vertrauen darauf, daß sie nach einem gewissen Zeitraum überwunden sein wird, und halten eine Störung derselben für unzweckmäßig, selbst für schädlich.
Die Melancholie ist seelisch ausgezeichnet durch eine tief schmerzliche Verstimmung, eine Aufhebung des Interesses für die Außenwelt, durch den Verlust der Liebesfähigkeit, durch die Hemmung jeder Leistung und die Herabsetzung des Selbstgefühls, die sich in Selbstvorwürfen und Selbst­beschimpfungen äußert und bis zur wahnhaften Erwartung von Strafe steigert. Dies Bild wird unserem Verständnis nähergerückt, wenn wir erwägen, daß die Trauer dieselben Züge aufweist, bis auf einen einzigen; die Störung des Selbstgefühls fällt bei ihr weg. Sonst aber ist es dasselbe. Die schwere Trauer, die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person, enthält die nämliche schmerzliche Stimmung, den Verlust des Interesses für die Außenwelt — soweit sie nicht an den Verstorbenen mahnt —, den Verlust der Fähigkeit, irgendein neues Liebesobjekt zu wählen — was den Betrauerten ersetzen hieße —, die Abwendung von jeder Leistung, die nicht mit dem Andenken des Verstorbenen in Beziehung steht. Wir fassen es leicht, daß diese Hemmung und Einschränkung des Ichs der Ausdruck der ausschließlichen Hingabe an die Trauer ist, wobei für andere Absichten und Interessen nichts übrigbleibt. Eigentlich erscheint uns dieses Verhalten nur darum nicht pathologisch, weil wir es so gut zu erklären wissen.
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Wir werden auch den Vergleich gutheißen, der die Stimmung der Trauer eine »schmerzliche« nennt. Seine Berechtigung wird uns wahrscheinlich einleuchten, wenn wir imstande sind, den Schmerz ökonomisch zu charakterisieren.
Worin besteht nun die Arbeit, welche die Trauer leistet? Ich glaube, daß es nichts Gezwungenes enthalten wird, sie in folgender Art darzustellen: Die Realitätsprüfung hat gezeigt, daß das geliebte Objekt nicht mehr besteht, und erläßt nun die Aufforderung, alle Libido aus ihren Verknüpfungen mit diesem Objekt abzuziehen. Dagegen erhebt sich ein begreifliches Sträuben — es ist allgemein zu beobachten, daß der Mensch eine Libidoposition nicht gern verläßt, selbst dann nicht, wenn ihm Ersatz bereits winkt. Dies Sträuben kann so intensiv sein, daß eine Abwendung von der Realität und ein Festhalten des Objekts durch eine halluzinatorische Wunschpsychose (siehe die vorige Abhandlung) zustande kommt. Das Normale ist, daß der Respekt vor der Realität den Sieg behält. Doch kann ihr Auftrag nicht sofort erfüllt werden. Er wird nun im einzelnen unter großem Aufwand von Zeit und Besetzungsenergie durchgeführt und unterdes die Existenz des verlorenen Objekts psychisch fortgesetzt. Jede einzelne der Erinnerungen und Erwartungen, in denen die Libido an das Objekt geknüpft war, wird eingestellt, überbesetzt und an ihr die Lösung der Libido vollzogen. Warum diese Kompromißleistung der Einzeldurchführung des Realitätsgebotes so außerordentlich schmerzhaft ist, läßt sich in ökonomischer Begründung gar nicht leicht angeben. Es ist merkwürdig, daß uns diese Schmerzunlust selbstverständlich erscheint. Tatsächlich wird aber das Ich nach der Vollendung der Trauerarbeit wieder frei und ungehemmt.
Wenden wir nun auf die Melancholie an, was wir von der Trauer erfahren haben. In einer Reihe von Fällen ist es offenbar, daß auch sie Reaktion auf den Verlust eines geliebten Objekts sein kann; bei anderen Veranlassungen kann man erkennen,
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daß der Verlust von mehr ideeller Natur ist. Das Objekt ist nicht etwa real gestorben, aber es ist als Liebesobjekt verlorengegangen (z.B. der Fall einer verlassenen Braut). In noch anderen Fällen glaubt man an der Annahme eines solchen Verlustes festhalten zu sollen, aber man kann nicht deutlich erkennen, was verloren wurde, und darf um so eher annehmen, daß auch der Kranke nicht bewußt erfassen kann, was er verloren hat. Ja, dieser Fall könnte auch dann noch vorliegen, wenn der die Melancholie veranlassende Verlust dem Kranken bekannt ist, indem er zwar weiß wen, aber nicht, was er an ihm verloren hat. So würde uns nahegelegt, die Melancholie irgendwie auf einen dem Bewußtsein entzogenen Objektverlust zu beziehen, zum Unterschied von der Trauer, bei welcher nichts an dem Verluste unbewußt ist.
Bei der Trauer fanden wir Hemmung und Interesselosigkeit durch die das Ich absorbierende Trauerarbeit restlos aufgeklärt. Eine ähnliche innere Arbeit wird auch der unbekannte Verlust bei der Melancholie zur Folge haben und darum für die Hemmung der Melancholie verantwortlich werden. Nur daß uns die melancholische Hemmung einen rätselhaften Eindruck macht, weil wir nicht sehen können, was die Kranken so vollständig absorbiert. Der Melancholiker zeigt uns noch eines, was bei der Trauer entfällt, eine außer­ordentliche Herabsetzung seines Ichgefühls, eine großartige Ichverarmung. Bei der Trauer ist die Welt arm und leer geworden, bei der Melancholie ist es das Ich selbst. Der Kranke schildert uns sein Ich als nichtswürdig, leistungsunfähig und moralisch verwerflich, er macht sich Vorwürfe, beschimpft sich und erwartet Ausstoßung und Strafe. Er erniedrigt sich vor jedem anderen, bedauert jeden der Seinigen, daß er an seine so unwürdige Person gebunden sei. Er hat nicht das Urteil einer Veränderung, die an ihm vorgefallen ist, sondern streckt seine Selbstkritik über die Vergangenheit aus; er behauptet, niemals besser gewesen zu sein. Das Bild dieses — vorwiegend moralischen — Kleinheitswahnes vervollständigt sich durch Schlaflosigkeit,
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Ablehnung der Nahrung und eine psychologisch höchst merkwürdige Überwindung des Triebes, der alles Lebende am Leben festzuhalten zwingt.
Es wäre wissenschaftlich wie therapeutisch gleich unfruchtbar, dem Kranken zu widersprechen, der solche Anklagen gegen sein Ich vorbringt. Er muß wohl irgendwie recht haben und etwas schildern, was sich so verhält, wie es ihm erscheint. Einige seiner Angaben müssen wir ja ohne Einschrän­kung sofort bestätigen. Er ist wirklich so interesselos, so unfähig zur Liebe und zur Leistung, wie er sagt. Aber das ist, wie wir wissen, sekundär, ist die Folge der inneren, uns unbekannten, der Trauer vergleichbaren Arbeit, welche sein Ich aufzehrt. In einigen anderen Selbstanklagen scheint er uns gleichfalls recht zu haben und die Wahrheit nur schärfer zu erfassen als andere, die nicht melancholisch sind. Wenn er sich in gesteigerter Selbstkritik als kleinlichen, egoistischen, unaufrichtigen, unselbständigen Menschen schildert, der nur immer bestrebt war, die Schwächen seines Wesens zu verbergen, so mag er sich unseres Wissens der Selbsterkenntnis ziemlich angenähert haben, und wir fragen uns nur, warum man erst krank werden muß, um solcher Wahrheit zugänglich zu sein. Denn es leidet keinen Zweifel, wer eine solche Selbsteinschätzung gefunden hat und sie vor anderen äußert — eine Schätzung, wie sie Prinz Hamlet für sich und alle anderen bereit hat(3) —,2) der ist krank, ob er nun die Wahrheit sagt oder sich mehr oder weniger unrecht tut. Es ist auch nicht schwer zu bemerken, daß zwischen dem Ausmaß der Selbsterniedrigung und ihrer realen Berechtigung nach unserem Urteil keine Entsprechung besteht. Die früher brave, tüchtige und pflichttreue Frau wird in der Melancholie nicht besser von sich sprechen als die in Wahrheit nichtsnutzige, ja vielleicht hat die erstere mehr Aussicht, an Melancholie zu erkranken, als die andere, von der auch wir nichts Gutes zu sagen wüßten. Endlich muß uns
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auffallen, daß der Melancholiker sich doch nicht ganz so benimmt wie ein normalerweise von Reue und Selbstvorwurf Zerknirschter. Es fehlt das Schämen vor anderen, welches diesen letzteren Zustand vor allem charakterisieren würde, oder es tritt wenigstens nicht auffällig hervor. Man könnte am Melancholiker beinahe den gegenteiligen Zug einer aufdringlichen Mitteilsamkeit hervorheben, die an der eigenen Bloßstellung eine Befriedigung findet.
Es ist also nicht wesentlich, ob der Melancholiker mit seiner peinlichen Selbstherabsetzung insofern recht hat, als diese Kritik mit dem Urteil der anderen zusammentrifft. Es muß sich vielmehr darum handeln, daß er seine psychologische Situation richtig beschreibt. Er hat seine Selbstachtung verloren und muß guten Grund dazu haben. Wir stehen dann allerdings vor einem Widerspruch, der uns ein schwer lösbares Rätsel aufgibt. Nach der Analogie mit der Trauer mußten wir schließen, daß er einen Verlust am Objekte erlitten hat; aus seinen Aussagen geht ein Verlust an seinem Ich hervor.
Ehe wir uns mit diesem Widerspruch beschäftigen, verweilen wir einen Moment lang bei dem Einblick, den uns die Affektion des Melancholikers in die Konstitution des menschlichen Ichs gewährt. Wir sehen bei ihm, wie sich ein Teil des Ichs dem anderen gegenüberstellt, es kritisch wertet, es gleichsam zum Objekt nimmt. Unser Verdacht, daß die hier vom Ich abgespaltene kritische Instanz auch unter anderen Verhältnissen ihre Selbständigkeit erweisen könne, wird durch alle weiteren Beobachtungen bestätigt werden. Wir werden wirklich Grund finden, diese Instanz vom übrigen Ich zu sondern. Was wir hier kennenlernen, ist die gewöhnlich Gewissen genannte Instanz; wir werden sie mit der Bewußtseinszensur und der Realitätsprüfung zu den großen Ichinstitutionen rechnen und irgendwo auch die Beweise dafür finden, daß sie für sich allein erkranken kann. Das Krankheitsbild der Melancholie läßt das moralische Mißfallen
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am eigenen Ich vor anderen Ausstellungen hervortreten: körperliche Gebrechen, Häßlichkeit, Schwäche, soziale Minderwertigkeit sind weit seltener Gegenstand der Selbsteinschätzung; nur die Verarmung nimmt unter den Befürchtungen oder Behauptungen des Kranken eine bevorzugte Stelle ein.
Zur Aufklärung des vorhin aufgestellten Widerspruches führt dann eine Beobachtung, die nicht einmal schwer anzustellen ist. Hört man die mannigfachen Selbstanklagen des Melancholikers geduldig an, so kann man sich endlich des Eindruckes nicht erwehren, daß die stärksten unter ihnen zur eigenen Person oft sehr wenig passen, aber mit geringfügigen Modifikationen einer anderen Person anzupassen sind, die der Kranke liebt, geliebt hat oder lieben sollte. Sooft man den Sachverhalt untersucht, bestätigt er diese Vermutung. So hat man denn den Schlüssel des Krankheitsbildes in der Hand, indem man die Selbstvorwürfe als Vorwürfe gegen ein Liebesobjekt erkennt, die von diesem weg auf das eigene Ich gewälzt sind.
Die Frau, die laut ihren Mann bedauert, daß er an eine so untüchtige Frau gebunden ist, will eigentlich die Untüchtigkeit des Mannes anklagen, in welchem Sinne diese auch gemeint sein mag. Man braucht sich nicht so sehr zu verwundern, daß einige echte Selbstvorwürfe unter die rückgewendeten eingestreut sind; sie dürfen sich vordrängen, weil sie dazu verhelfen, die anderen zu verdecken und die Erkenntnis des Sachverhaltes unmöglich zu machen, sie stammen ja auch aus dem Für und Wider des Liebesstreites, der zum Liebesverlust geführt hat. Auch das Benehmen der Kranken wird jetzt um vieles verständlicher. Ihre Klagen sind Anklagen, gemäß dem alten Sinne des Wortes; sie schämen und verbergen sich nicht, weil alles Herabsetzende, was sie von sich aussagen, im Grunde von einem anderen gesagt wird; und sie sind weit davon entfernt, gegen ihre Umgebung die Demut und Unterwürfigkeit zu bezeugen, die allein so unwürdigen Personen geziemen würde, sie sind vielmehr
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im höchsten Grade quälerisch, immer wie gekränkt und als ob ihnen ein großes Unrecht widerfahren wäre. Dies ist alles nur möglich, weil die Reaktionen ihres Benehmens noch von der seelischen Konstellation der Auflehnung ausgehen, welche dann durch einen gewissen Vorgang in die melancholische Zerknirschung übergeführt worden ist.
Es hat dann keine Schwierigkeit, diesen Vorgang zu rekonstruieren. Es hatte eine Objektwahl, eine Bindung der Libido an eine bestimmte Person bestanden; durch den Einfluß einer realen Kränkung oder Enttäuschung von Seiten der geliebten Person trat eine Erschütterung dieser Objektbeziehung ein. Der Erfolg war nicht der normale einer Abziehung der Libido von diesem Objekt und Verschiebung derselben auf ein neues, sondern ein anderer, der mehrere Bedingungen für sein Zustandekommen zu erfordern scheint. Die Objektbesetzung erwies sich als wenig resistent, sie wurde aufgehoben, aber die freie Libido nicht auf ein anderes Objekt verschoben, sondern ins Ich zurückgezogen. Dort fand sie aber nicht eine beliebige Verwendung, sondern diente dazu, eine Identifizierung des Ichs mit dem aufgegebenen Objekt herzustellen. Der Schatten des Objekts fiel so auf das Ich, welches nun von einer besonderen Instanz wie ein Objekt, wie das verlassene Objekt, beurteilt werden konnte. Auf diese Weise hatte sich der Objektverlust in einen Ichverlust verwandelt, der Konflikt zwischen dem Ich und der geliebten Person in einen Zwiespalt zwischen der Ichkritik und dem durch Identifizierung veränderten Ich.
Von den Voraussetzungen und Ergebnissen eines solchen Vorganges läßt sich einiges unmittelbar erraten. Es muß einerseits eine starke Fixierung an das Liebesobjekt vorhanden sein, anderseits aber im Widerspruch dazu eine geringe Resistenz der Objektbesetzung. Dieser Widerspruch scheint nach einer treffenden Bemerkung von O. Rank zu fordern, daß die Objektwahl auf narzißtischer Grundlage erfolgt sei, so daß die Objektbesetzung,
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wenn sich Schwierigkeiten gegen sie erheben, auf den Narzißmus regredieren kann. Die narzißtische Identifizierung mit dem Objekt wird dann zum Ersatz der Liebesbesetzung, was den Erfolg hat, daß die Liebesbeziehung trotz des Konflikts mit der geliebten Person nicht aufgegeben werden muß. Ein solcher Ersatz der Objektliebe durch Identifizierung ist ein für die narzißtischen Affektionen bedeutsamer Mechanismus; K. Landauer hat ihn kürzlich in dem Heilungsvorgang einer Schizophrenie aufdecken können(4). Er entspricht natürlich der Regression von einem Typus der Objektwahl auf den ursprünglichen Narzißmus. Wir haben an anderer Stelle ausgeführt, daß die Identifizierung die Vorstufe der Objektwahl ist und die erste, in ihrem Ausdruck ambivalente Art, wie das Ich ein Objekt auszeichnet. Es möchte sich dieses Objekt einverleiben, und zwar der oralen oder kannibalischen Phase der Libidoentwicklung entsprechend, auf dem Wege des Fressens. Auf diesen Zusammenhang führt Abraham wohl mit Recht die Ablehnung der Nahrungsaufnahme zurück, welche sich bei schwerer Ausbildung des melancholischen Zustandes kundgibt.
Der von der Theorie geforderte Schluß, welcher die Disposition zur melancholischen Erkrankung oder eines Stückes von ihr in die Vorherrschaft des narzißtischen Typus der Objektwahl verlegt, entbehrt leider noch der Bestätigung durch die Untersuchung. Ich habe in den einleitenden Sätzen dieser Abhandlung bekannt, daß das empirische Material, auf welches diese Studie gebaut ist, für unsere Ansprüche nicht zureicht. Dürfen wir eine Übereinstimmung der Beobachtung mit unseren Ableitungen annehmen, so würden wir nicht zögern, die Regression von der Objektbesetzung auf die noch dem Narzißmus angehörige orale Libidophase in die Charakteristik der Melancholie aufzunehmen. Identifizierungen mit dem Objekt sind auch bei den Ubertragungsneurosen keineswegs selten, vielmehr ein bekannter Mechanismus
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der Symptombildung, zumal bei der Hysterie. Wir dürfen aber den Unterschied der narzißtischen Identifizierung von der hysterischen darin erblicken, daß bei ersterer die Objektbesetzung aufgelassen wird, während sie bei letzterer bestehenbleibt und eine Wirkung äußert, die sich gewöhnlich auf gewisse einzelne Aktionen und Innervationen beschränkt. Immerhin ist die Identifizierung auch bei den Übertragungsneurosen der Ausdruck einer Gemeinschaft, welche Liebe bedeuten kann. Die narzißtische Identifizierung ist die ursprünglichere und eröffnet uns den Zugang zum Verständnis der weniger gut studierten hysterischen.
Die Melancholie entlehnt also einen Teil ihrer Charaktere der Trauer, den anderen Teil dem Vorgang der Regression von der narzißtischen Objektwahl zum Narzißmus. Sie ist einerseits wie die Trauer Reaktion auf den realen Verlust des Liebesobjekts, aber sie ist überdies mit einer Bedingung behaftet, welche der normalen Trauer abgeht oder dieselbe, wo sie hinzutritt, in eine pathologische verwandelt. Der Verlust des Liebesobjekts ist ein ausgezeichneter Anlaß, um die Ambivalenz der Liebesbeziehungen zur Geltung und zum Vorschein zu bringen. Wo die Disposition zur Zwangsneurose vorhanden ist, verleiht darum der Ambivalenzkonflikt der Trauer eine pathologische Gestaltung und zwingt sie, sich in der Form von Selbstvorwürfen, daß man den Verlust des Liebesobjekts selbst verschuldet, d. h. gewollt habe, zu äußern. In solchen zwangsneurotischen Depressionen nach dem Tode geliebter Personen wird uns vorgeführt, was der Ambivalenzkonflikt für sich allein leistet, wenn die regressive Einziehung der Libido nicht mit dabei ist. Die Anlässe der Melancholie gehen meist über den klaren Fall des Verlustes durch den Tod hinaus und umfassen alle die Situationen von Kränkung, Zurücksetzung und Enttäuschung, durch welche ein Gegensatz von Lieben und Hassen in die Beziehung eingetragen oder eine vorhandene Ambivalenz verstärkt werden kann. Dieser Ambivalenzkonflikt, bald mehr realer, bald mehr konstitutiver Herkunft, ist unter
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den Voraussetzungen der Melancholie nicht zu vernachlässigen. Hat sich die Liebe zum Objekt, die nicht aufgegeben werden kann, während das Objekt selbst aufgegeben wird, in die narzißtische Identifizierung geflüchtet, so betätigt sich an diesem Ersatz­objekt der Haß, indem er es beschimpft, erniedrigt, leiden macht und an diesem Leiden eine sadistische Befriedigung gewinnt. Die unzweifelhaft genußreiche Selbstquälerei der Melancholie bedeutet ganz wie das entspre­chende Phänomen der Zwangsneurose die Befriedigung von sadistischen und Haßtendenzen,(5) die einem Objekt gelten und auf diesem Wege eine Wendung gegen die eigene Person erfahren haben. Bei beiden Affektionen pflegt es den Kranken noch zu gelingen, auf dem Umwege über die Selbstbestrafung Rache an den ursprünglichen Objekten zu nehmen und ihre Lieben durch Vermittlung des Krankseins zu quälen, nachdem sie sich in die Krankheit begeben haben, um ihnen ihre Feindseligkeit nicht direkt zeigen zu müssen. Die Person, welche die Gefühlsstörung des Kranken hervorgerufen, nach welcher sein Kranksein orientiert ist, ist doch gewöhnlich in der nächsten Umgebung des Kranken zu finden. So hat die Liebesbesetzung des Melancholischen für sein Objekt ein zweifaches Schicksal erfahren; sie ist zum Teil auf die Identifizierung regrediert, zum anderen Teil aber unter dem Einfluß des Ambivalenzkonflikts auf die ihm nähere Stufe des Sadismus zurückversetzt worden.
Erst dieser Sadismus löst uns das Rätsel der Selbstmordneigung, durch welche die Melancholie so interessant und so — gefährlich wird. Wir haben als den Urzustand, von dem das Triebleben ausgeht, eine so großartige Selbstliebe des Ichs erkannt, wir sehen in der Angst, die bei Lebensbe­drohung auftritt, einen so riesigen Betrag der narzißtischen Libido frei werden, daß wir es nicht erfassen, wie dies Ich seiner Selbstzerstörung zustimmen könne. Wir wußten zwar längst, daß kein Neurotiker
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Selbstmordabsichten verspürt, der solche nicht von einem Mordimpuls gegen andere auf sich zurückwendet, aber es blieb unverständlich, durch welches Kräftespiel eine solche Absicht sich zur Tat durchsetzen kann. Nun lehrt uns die Analyse der Melancholie, daß das Ich sich nur dann töten kann, wenn es durch die Rückkehr der Objektbesetzung sich selbst wie ein Objekt behandeln kann, wenn es die Feindseligkeit gegen sich richten darf, die einem Objekt gilt und die die ursprüngliche Reaktion des Ichs gegen Objekte der Außenwelt vertritt. (Siehe ›Triebe und Triebschicksale‹.) So ist bei der Regression von der narzißtischen Objektwahl das Objekt zwar aufgehoben worden, aber es hat sich doch mächtiger erwiesen als das Ich selbst. In den zwei entgegengesetzten Situationen der äußersten Verliebtheit und des Selbstmordes wird das Ich, wenn auch auf gänzlich verschiedenen Wegen, vom Objekt überwältigt.
Es liegt dann noch nahe, für den einen auffälligen Charakter der Melancholie, das Hervortreten der Verarmungsangst, die Ableitung der aus ihren Verbindungen gerissenen und regressiv verwandelten Analerotik zuzulassen.
Die Melancholie stellt uns noch vor andere Fragen, deren Beantwortung uns zum Teil entgeht. Daß sie nach einem gewissen Zeitraum abgelaufen ist, ohne nachweisbare grobe Veränderungen zu hinterlassen, diesen Charakter teilt sie mit der Trauer. Dort fanden wir die Auskunft, die Zeit werde für die Detaildurchführung des Gebotes der Realitätsprüfung benötigt, nach welcher Arbeit das Ich seine Libido vom verlorenen Objekt freibekommen habe. Mit einer analogen Arbeit können wir das Ich während der Melancholie beschäf­tigt denken; das ökonomische Verständnis des Herganges bleibt hier wie dort aus. Die Schlaflosigkeit der Melancholie bezeugt wohl die Starrheit des Zustandes, die Unmöglichkeit, die für den Schlaf erforderliche allgemeine Einziehung der Besetzungen durchzuführen. Der melancholische Komplex verhält sich wie eine offene Wunde,
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 zieht von allen Seiten Besetzungsener­gien an sich (die wir bei den Übertragungsneurosen »Gegenbesetzungen« geheißen haben) und entleert das Ich bis zur völligen Verarmung; er kann sich leicht resistent gegen den Schlafwunsch des Ichs erweisen. — Ein wahrscheinlich somatisches, psychogen nicht aufzuklärendes Moment kommt in der regelmäßigen Linderung des Zustandes zur Abendzeit zum Vorschein. An diese Erörterungen schließt die Frage an, ob nicht Ichverlust ohne Rücksicht auf das Objekt (rein narzißtische Ichkränkung) hinreicht, das Bild der Melancholie zu erzeugen, und ob nicht direkt toxische Verarmung an Ichlibido gewisse Formen der Affektion ergeben kann.
Die merkwürdigste und aufklärungsbedürftigste Eigentümlichkeit der Melancholie ist durch ihre Neigung gegeben, in den symptomatisch gegensätzlichen Zustand der Manie umzuschlagen. Bekanntlich hat nicht jede Melancholie dieses Schicksal. Manche Fälle verlaufen in periodischen Rezidiven, deren Intervalle entweder keine oder eine nur sehr geringfügige Tönung von Manie erkennen lassen. Andere zeigen jene regelmäßige Abwechslung von melancholischen und manischen Phasen, die in der Aufstellung des zyklischen Irreseins Ausdruck gefunden hat. Man Wäre versucht, diese Fälle von der psychogenen Auffassung auszuschließen, wenn nicht die psychoanalytische Arbeit gerade für mehrere dieser Erkrankungen Auflösung wie therapeutische Beeinflussung zustande gebracht hätte. Es ist also nicht nur gestattet, sondern sogar geboten, eine analytische Aufklärung der Melancholie auch auf die Manie auszudehnen.
Ich kann nicht versprechen, daß dieser Versuch voll befriedigend ausfallen wird. Er reicht vielmehr nicht weit über die Möglichkeit einer ersten Orientierung hinaus. Es stehen uns hier zwei Anhaltspunkte zu Gebote, der erste ein psychoanalytischer Eindruck, der andere eine, man darf wohl sagen, allgemeine ökonomische Erfahrung. Der Eindruck, dem bereits mehrere psychoanalytische Forscher Worte geliehen haben, geht dahin,
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daß die Manie keinen anderen Inhalt hat als die Melancholie, daß beide Affektionen mit demselben »Komplex« ringen, dem das Ich wahrscheinlich in der Melancholie erlegen ist, während es ihn in der Manie bewältigt oder beiseite geschoben hat. Den anderen Anhalt gibt die Erfahrung, daß alle Zustände von Freude, Jubel, Triumph, die uns das Normalvorbild der Manie zeigen, die nämliche ökonomische Bedingtheit erkennen lassen. Es handelt sich bei ihnen um eine Einwirkung, durch welche ein großer, lange unterhaltener oder gewohnheitsmäßig hergestellter psychischer Aufwand endlich überflüssig wird, so daß er für mannigfache Verwendungen und Abfuhrmöglichkeiten bereitsteht. Also zum Beispiel: Wenn ein armer Teufel durch einen großen Geldgewinn plötzlich der chronischen Sorge um das tägliche Brot enthoben wird, wenn ein langes und mühseliges Ringen sich am Ende durch den Erfolg gekrönt sieht, wenn man in die Lage kommt, einen drückenden Zwang, eine lange fortgesetzte Verstellung mit einem Schlage aufzugeben u. dgl. Alle solche Situationen zeichnen sich durch die gehobene Stimmung, die Abfuhrzeichen des freudigen Affekts, und durch die gesteigerte Bereitwilligkeit zu allerlei Aktionen aus, ganz wie die Manie und im vollen Gegensatz zur Depression und Hemmung der Melancholie. Man kann wagen, es auszusprechen, daß die Manie nichts anderes ist als ein solcher Triumph, nur daß es wiederum dem Ich verdeckt bleibt, was es überwunden hat und worüber es triumphiert. Den in dieselbe Reihe von Zuständen gehörigen Alkoholrausch wird man — insofern er ein heiterer ist — ebenso zurechtlegen dürfen; es handelt sich bei ihm wahrscheinlich um die toxisch erzielte Aufhebung von Verdrängungsaufwänden. Die Laienmeinung nimmt gern an, daß man in solcher maniakalischer Verfassung darum so bewegungs- und unternehmungslustig ist, weil man so »gut aufgelegt« ist. Diese falsche Verknüpfung wird man natürlich auflösen müssen. Es ist jene erwähnte ökonomische Bedingung im Seelenleben erfüllt worden,
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und darum ist man einerseits in so heiterer Stimmung und anderseits so ungehemmt im Tun.
Setzen wir die beiden Andeutungen zusammen, so ergibt sich: In der Manie muß das Ich den Verlust des Objekts (oder die Trauer über den Verlust oder vielleicht das Objekt selbst) überwunden haben, und nun ist der ganze Betrag von Gegenbesetzung, den das schmerzhafte Leiden der Melancholie aus dem Ich an sich gezogen und gebunden hatte, verfügbar geworden. Der Manische demonstriert uns auch unverkennbar seine Befreiung von dem Objekt, an dem er gelitten hatte, indem er wie ein Heißhungriger auf neue Objektbesetzungen ausgeht.
Diese Aufklärung klingt ja plausibel, aber sie ist erstens noch zu wenig bestimmt und läßt zweitens mehr neue Fragen und Zweifel auftauchen, als wir beantworten können. Wir wollen uns der Diskussion derselben nicht entziehen, wenn wir auch nicht erwarten können, durch sie hindurch den Weg zur Klarheit zu finden.
Zunächst: Die normale Trauer überwindet ja auch den Verlust des Objekts und absorbiert gleichfalls während ihres Bestandes alle Energien des Ichs. Warum stellt sich bei ihr die ökonomische Bedingung für eine Phase des Triumphes nach ihrem Ablaufe auch nicht andeutungsweise her? Ich finde es unmöglich, auf diesen Einwand kurzerhand zu antworten. Er macht uns auch darauf aufmerksam, daß wir nicht einmal sagen können, durch welche ökonomischen Mittel die Trauer ihre Aufgabe löst; aber vielleicht kann hier eine Vermutung aushelfen. An jede einzelne der Erinnerungen und Erwartungssituationen, welche die Libido an das verlorene Objekt geknüpft zeigen, bringt die Realität ihr Verdikt heran, daß das Objekt nicht mehr existiere, und das Ich, gleichsam vor die Frage gestellt, ob es dieses Schicksal teilen will, läßt sich durch die Summe der narzißtischen Befriedigungen, am Leben zu sein, bestimmen, seine Bindung an das vernichtete Objekt zu lösen.
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 Man kann sich etwa vorstellen, diese Lösung gehe so langsam und schrittweise vor sich, daß mit der Beendigung der Arbeit auch der für sie erforderliche Aufwand zerstreut ist.(6)
Es ist verlockend, von der Mutmaßung über die Arbeit der Trauer den Weg zu einer Darstellung der melancholischen Arbeit zu suchen. Da kommt uns zuerst eine Unsicherheit in den Weg. Wir haben bisher den topischen Gesichtspunkt bei der Melancholie noch kaum berücksichtigt und die Frage nicht aufgeworfen, in und zwischen welchen psychischen Systemen die Arbeit der Melancholie vor sich geht. Was von den psychischen Vorgängen der Affektion spielt sich noch an den aufgelassenen unbewußten Objektbesetzungen, was an deren Identifizierungsersatz im Ich ab?
Es spricht sich nun rasch aus und schreibt sich leicht nieder, daß die »unbewußte (Ding-) Vorstellung des Objekts von der Libido verlassen wird«. Aber in Wirklichkeit ist diese Vorstellung durch ungezählte Einzeleindrücke (unbewußte Spuren derselben) vertreten, und die Durchführung dieser Libidoabziehung kann nicht ein momentaner Vorgang sein, sondern gewiß wie bei der Trauer ein langwieriger, allmählich fortschreitender Prozeß. Ob er an vielen Stellen gleichzeitig beginnt oder eine irgendwie bestimmte Reihenfolge enthält, läßt sich ja nicht leicht unterscheiden; in den Analysen kann man oft feststellen, daß bald diese, bald jene Erinnerung aktiviert ist und daß die gleichlautenden, durch ihre Monotonie ermüdenden Klagen doch jedesmal von einer anderen unbewußten Begründung herrühren. Wenn das Objekt keine so große, durch tausendfältige Verknüpfung verstärkte Bedeutung für das Ich hat, so ist sein Verlust auch nicht geeignet, eine Trauer oder eine Melancholie
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zu verursachen. Der Charakter der Einzeldurchführung der Libidoablösung ist also der Melancholie wie der Trauer in gleicher Weise zuzuschreiben, stützt sich wahrscheinlich auf die gleichen ökonomischen Verhältnisse und dient denselben Tendenzen.
Die Melancholie hat aber, wie wir gehört haben, etwas mehr zum Inhalt als die normale Trauer. Das Verhältnis zum Objekt ist bei ihr kein einfaches, es wird durch den Ambivalenzkonflikt kompliziert. Die Ambivalenz ist entweder konstitutionell, d. h. sie hängt jeder Liebesbeziehung dieses Ichs an, oder sie geht gerade aus den Erlebnissen hervor, welche die Drohung des Objektverlustes mit sich bringen. Die Melancholie kann darum in ihren Veranlassungen weit über die Trauer hinausgehen, welche in der Regel nur durch den Realverlust, den Tod des Objekts, ausgelöst wird. Es spinnt sich also bei der Melancholie eine Unzahl von Einzelkämpfen um das Objekt an, in denen Haß und Liebe miteinander ringen, die eine, um die Libido vom Objekt zu lösen, die andere, um diese Libidoposition gegen den Ansturm zu behaupten. Diese Einzelkämpfe können wir in kein anderes System verlegen als in das Ubw, in das Reich der sachlichen Erinnerungsspuren (im Gegensatz zu den Wortbesetzungen). Ebendort spielen sich auch die Lösungsversuche bei der Trauer ab, aber bei dieser letzteren besteht kein Hindernis dagegen, daß sich diese Vorgänge auf dem normalen Wege durch das Vbw zum Bewußtsein fortsetzen. Dieser Weg ist für die melancholische Arbeit gesperrt, vielleicht infolge einer Mehrzahl von Ursachen oder des Zusammenwirkens derselben. Die konstitutive Ambivalenz gehört an und für sich dem Verdrängten an, die traumatischen Erlebnisse mit dem Objekt mögen anderes Verdrängte aktiviert haben. So bleibt alles an diesen Ambivalenzkämpfen dem Bewußtsein entzogen, bis nicht der für die Melancholie charakteristische Ausgang eingetreten ist. Er besteht, wie wir wissen, darin, daß die bedrohte Libidobesetzung endlich das Objekt verläßt, aber nur, um sich auf die Stelle des Ichs, von der sie
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 ausgegangen war, zurückzuziehen. Die Liebe hat sich so durch ihre Flucht ins Ich der Aufhebung entzogen. Nach dieser Regression der Libido kann der Vorgang bewußt werden und repräsentiert sich dem Bewußtsein als ein Konflikt zwischen einem Teil des Ichs und der kritischen Instanz.
Was das Bewußtsein von der melancholischen Arbeit erfährt, ist also nicht das wesentliche Stück derselben, auch nicht jenes, dem wir einen Einfluß auf die Lösung des Leidens zutrauen können. Wir sehen, daß das Ich sich herabwürdigt und gegen sich wütet, und verstehen sowenig wie der Kranke, wozu das führen und wie sich das ändern kann. Dem unbewußten Stück der Arbeit können wir eine solche Leistung eher zuschreiben, weil es nicht schwerfällt, eine wesentliche Analogie zwischen der Arbeit der Melancholie und jener der Trauer herauszufinden. Wie die Trauer das Ich dazu bewegt, auf das Objekt zu verzichten, indem es das Objekt für tot erklärt und dem Ich die Prämie des Amleben-bleibens bietet, so lockert auch jeder einzelne Ambivalenzkampf die Fixierung der Libido an das Objekt, indem er dieses entwertet, herabsetzt, gleichsam auch erschlägt. Es ist die Möglichkeit gegeben, daß der Prozeß im Ubw zu Ende komme, sei es nachdem die Wut sich ausgetobt hat, sei es nachdem das Objekt als wertlos aufgegeben wurde. Es fehlt uns der Einblick, welche dieser beiden Möglichkeiten regelmäßig oder vorwiegend häufig der Melancholie ein Ende bereitet und wie diese Beendigung den weiteren Verlauf des Falles beeinflußt. Das Ich mag dabei die Befriedigung genießen, daß es sich als das Bessere, als dem Objekt überlegen anerkennen darf.
Mögen wir diese Auffassung der melancholischen Arbeit auch annehmen, sie kann uns doch das eine nicht leisten, auf dessen Erklärung wir ausgegangen sind. Unsere Erwartung, die ökonomische Bedingung für das Zustandekommen der Manie nach abgelaufener Melancholie aus der Ambivalenz abzuleiten, welche diese Affektion beherrscht, könnte sich auf Analogien
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 aus verschiedenen anderen Gebieten stützen; aber es gibt eine Tatsache, vor welcher sie sich beugen muß. Von den drei Voraussetzungen der Melancholie: Verlust des Objekts, Ambivalenz und Regression der Libido ins Ich, finden wir die beiden ersten bei den Zwangsvorwürfen nach Todesfällen wieder. Dort ist es die Ambivalenz, die unzweifelhaft die Triebfeder des Konflikts darstellt, und die Beobachtung zeigt, daß nach Ablauf desselben nichts von einem Triumph einer manischen Verfassung erübrigt. Wir werden so auf das dritte Moment als das einzig wirksame hingewiesen. Jene Anhäufung von zunächst gebundener Besetzung, welche nach Beendigung der melancholischen Arbeit frei wird und die Manie ermöglicht, muß mit der Regression der Libido auf den Narzißmus zusammenhängen. Der Konflikt im Ich, den die Melancholie für den Kampf um das Objekt eintauscht, muß ähnlich wie eine schmerzhafte Wunde wirken, die eine außerordentlich hohe Gegenbesetzung in Anspruch nimmt. Aber hier wird es wiederum zweckmäßig sein, haltzumachen und die weitere Aufklärung der Manie zu verschieben, bis wir Einsicht in die ökonomische Natur zunächst des körperlichen und dann des ihm analogen seelischen Schmerzes gewonnen haben. Wir wissen es ja schon, daß der Zusammenhang der verwickelten seelischen Probleme uns nötigt, jede Untersuchung unvollendet abzubrechen, bis ihr die Ergebnisse einer anderen zu Hilfe kommen können.
 
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1. Niederschrift im Februar bis Mai 1915. — Erstveröffentlichung: Internationale Zeitschrift für Ärztliche Psychoanalyse, Bd. 4 (6), 1917, S. 288-301. — Gesammelte Werke, Bd. 10, S. 428-46.

2. Auch Abraham, dem wir die bedeutsamste unter den wenigen analytischen Studien über den Gegenstand verdanken, ist von dieser Vergleichung ausgegangen (1912).

3. »Use every man after his desert, and who shall 'scape whipping?«, Hamlet, II. Akt, 2. Szene.

4. Intern. Zeitschr. für ätzl. Psychoanalyse, II, 1914.

5. Über deren Unterscheidung siehe den Aufsatz über ›Triebe und Triebschicksale‹.

6. Der ökonomische Gesichtspunkt ist bisher in psychoanalytischen Arbeiten wenig berücksichtigt worden. Als Ausnahme sei der Aufsatz von V. Tausk, Entwertung des Verdrängungsmotivs durch Rekompense‹ (1913) hervorgehoben.

7. Siehe die weitere Fortsetzung des Problems der Manie in « Massenpsychologie une Ich-Analyse ». (GW B. XIII).

Deuil et mélancolie. (Gesammelte Werke, Bd X, s 428.)

Le rêve nous a servi de modèle ordinaire des troubles narcissiques de la psyché, nous voulons maintenant essayer d’éclairer l’essence de la mélancolie par sa comparaison avec l’affect ordinaire du deuil. Mais cette fois nous devons confesser au préalable quelque chose qui doit nous garder de surestimer les résultats. La mélancolie, dont la définition conceptuelle est en psychiatrie descriptive aussi, flottante apparait sous des formes cliniques diversifiées, dont la réunion en une unité ne semble pas assurée, et dont certaines rappellent des affections plutôt somatiques que psychogènes. Notre matériel se limite, indépendamment des impressions qui s’offrent à chaque observateur, à un petit nombre de cas dont la nature psychogène n’offrait aucun doute. Nous devrons donc a priori laisser tomber toute prétention à une validité générale de nos résultats, et nous nous consolerons avec cette réflexion : que nous pouvons à peine, avec nos moyens actuels de recherche, trouver quelque chose qui ne serait pas typique si ce n’est d’une classe entière d’affections, alors au moins d’un groupe plus petit.

La présentation commune de la mélancolie et du deuil semble justifiée par le tableau général des deux états.(1) Pour les deux d’ailleurs les causes issues des influences de la vie, là ou elles sont en somme transparentes, coïncident.

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Le deuil est la réaction régulière à la perte d’une personne aimée ou d’une abstraction portée en sa place comme la patrie, la liberté, un idéal etc.... A partir de ces mêmes influences, chez certaines personnes, pour lesquelles nous soupçonnons alors une disposition morbide, la mélancolie remplace le deuil. Il est d’ailleurs très remarquable qu’il ne nous vienne jamais à l’idée de considérer le deuil comme un état morbide, de s’en remettre au médecin pour le traiter, bien qu’il apporte avec lui de lourdes anomalies au comportement ordinaire de la vie. Nous nous fions au fait qu’il sera vaincu en un certain laps de temps, et tenons son dérangement pour inadapté ou même dommageable.

La mélancolie se distingue dans la psyché par une dégradation de l’humeur fort douloureuse, une levée de l’intérêt pour le monde extérieur, par la perte de la capacité d’aimer, par l’inhibition à toute réalisation et par un rabaissement de l’amour-propre qui s’exprime par des reproches et injures à soi-même et s’élève jusqu’à l’attente délirante de la punition. Ce tableau sera plus proche de notre compréhension si nous mentionnons que le deuil présente les mêmes traits à l’exception d’un : l’altération de l’amour-propre chez lui fait défaut. Hormis cela, c’est identique. Le deuil grave, la réaction à la perte d’une personne aimée, comporte la même humeur douloureuse, la perte de l’intérêt pour le monde extérieur ― pour autant qu’il ne rappelle pas le défunt ―, la perte de la capacité à élire un quelconque nouvel objet d’amour ― ce qui s’appellerait remplacer celui qu’on pleure ―, le fait de se détourner de toute réalisation qui n’est pas en rapport avec le souvenir du défunt. Nous comprenons facilement que cette inhibition et cette restriction du moi est l’expression du fait de s’adonner exclusivement au deuil, si bien que rien ne reste pour d’autres desseins ou intérêts. C’est uniquement parce que nous savons si bien l’expliquer que ce comportement ne nous paraît pas pathologique.

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Nous approuverons aussi la comparaison qui nomme l’humeur du deuil, "douloureuse’’. Sa justification sera probablement éclairée pour nous, quand nous serons en mesure de caractériser économiquement la douleur.

Mais en quoi consiste le travail que le deuil effectue ? Je crois qu’il ne sera en rien forcé de le présenter de la manière suivante : l’épreuve de réalité a montré que l’objet aimé ne subsiste plus et édicte maintenant l’exigence de retirer toute libido de ses liaisons avec cet objet. Là contre s’élève un regimbement concevable ― on observe en général que l’être humain ne quitte pas volontiers une position libidinale de lui-même, pas même si un remplaçant lui fait déjà signe. Ce regimbement peut être si intense que s’établit un détournement de la réalité et un maintien de l’objet par une psychose de vœu hallucinatoire (voir l’essai précédent). Ordinairement le respect devant la réalité reste victorieux. Mais cette tâche peut ne pas être immédiatement remplie. Elle sera alors exécutée dans les détails, moyennant de grandes dépenses de temps et d’énergie d’investissement, alors que l’existence de l’objet perdu subsiste psychiquement. Chaque détail de souvenirs et attentes par lesquels la libido était liée à l’objet sera traqué, surinvesti et, en lui, la séparation de la libido accomplie. Pourquoi, cette réalisation de compromis, l’accomplissement détaillé de l’injonction de réalité, est-elle aussi extraordinairement douloureuse ; dans son fondement économique cela ne se laisse pas saisir facilement. Il est curieux que ce déplaisir de la douleur nous semble aller de soi. Mais il est effectif que le moi, après l’accomplissement du travail du deuil, sera à nouveau libre et non inhibé.

Utilisons maintenant pour la mélancolie ce que nous avons appris du deuil. Dans une série de cas il est manifeste qu’elle peut être aussi réaction à la perte d’un objet aimé. Dans d’autres circonstances on peut repérer

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que la perte est de nature plus idéelle. L’objet n’est pas en effet réellement mort mais il s’est trouvé perdu en tant qu’objet d’amour. (Par exemple le cas d’une fiancée quittée). Dans d’autres cas encore, on croit devoir maintenir l’hypothèse d’une telle perte mais on ne peut reconnaître distinctement ce qui fut perdu et on doit plutôt admettre que le malade lui-même ne puisse pas saisir consciemment ce qu’il a perdu. Nous pouvons d’ailleurs retrouver de tels cas, quand la perte qui a causé la mélancolie est connue du malade, quand il sait vraiment qui il a perdu, alors qu’il ne sait pas ce qu’il a, en celui-ci, perdu. Nous serions donc enclins à rapporter la mélancolie à, en quelque sorte une perte d’objet retirée de la conscience, à la différence du deuil où rien de la perte n’est inconscient.

Dans le deuil, nous trouvions l’inhibition et l’absence d’intérêt expliquées totalement par le travail du deuil absorbant le moi. Dans la mélancolie la perte inconnue aura aussi pour conséquence un travail intérieur semblable et c’est pourquoi celle-ci sera rendue responsable de l’inhibition mélancolique. Seulement l’inhibition mélancolique nous donne une impression énigmatique, car nous ne pouvons voir ce qui absorbe si complètement les malades. Le mélancolique nous montre encore quelque chose de particulier qui échappe au deuil, un extraordinaire rabaissement du sentiment de soi, un imposant appauvrissement du moi. Dans le deuil le monde est devenu pauvre et vide, dans la mélancolie c’est le moi lui-même. Le malade nous peint son moi comme abject, incapable d’aucune réalisation et moralement condamnable, il se fait des reproches, s’injurie et attend exclusion et punition. Il se ravale face à tout autre, déplore pour chacun des siens d’être lié à sa si indigne personne. Il ne juge pas du changement qui lui est advenu mais étend son autocritique au passé. Il affirme n’avoir jamais été meilleur. Ce tableau, principalement moral, de délire de petitesse se complète par l’insomnie,

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le refus de nourriture et un triomphe, hautement remarquable psychologiquement, sur la pulsion qui contraint tout vivant à se maintenir en vie.

(1)Karl Abraham, à qui nous devons la plus importante des peu nombreuses études analytiques sur le sujet, est parti de cette comparaison. (Zentralblatt für Psychoanalyse II,6, 1912.)

Deuil, mélancolie et dépression : une archéologie du traumatisme.

Conférence prononcée le 22 février 2017 à l’Association lacanienne internationale
Si un jour j’ai inventé ce que c’était l’objet petit a, c’est que c’est écrit dans Trauer und Mélancolie » Lacan - Louvain 1972
Introduction
Je vous propose ce soir une exploration au coeur de trois affections : le deuil, la mélancolie et la dépression dans leur relation à ce que l’on appelle le traumatisme psychique.
Sur le titre d’abord : relisant récemment Constructions dans l’analyse (1937) j’ai eu l’étonnement de constater que Freud y utilise la métaphore de l’archéologue pour éclairer le travail du psychanalyste. Je l’avais oubliée. Transmission inconsciente donc.
Sur le choix de ces affections : plusieurs raisons à cela.
1. Un questionnement issu de ma pratique,
2. Une réflexion suggérée par ma lecture de Freud et de Lacan,
3. Et parce ce que ce sont des affections souvent en étroite relation.
Cette intervention s’inscrit dans un cycle de conférences afférentes à la question centrale en psychanalyse du traumatisme psychique.
Ce que nous pouvons avancer en introduction, et qui se vérifie quotidiennement, dans notre pratique notamment, c’est que traumatisme psychique est un signifiant.  
Un signifiant qui comme tel, implique donc de nombreuses significations.
Signifiant apporté fréquemment par nos patients pour, dans un premier temps en tout cas, nous expliquer ce qu’il en serait de la cause de leurs difficultés : il y a un point, un moment, une situation particulière de leur histoire singulière qui originerait leur mal-être, leur souffrance, leurs difficultés. 
Le traumatisme psychique n’est pas selon moi, pour moi une notion simple : je parle de notion et non pas de concept car la notion s’en distingue dans la mesure où elle est une connaissance assez imprécise alors que le concept - qui se dit d’ailleurs Begriff en allemand, qui vient de greifen et qui signifie saisir, prendre dans ses pinces, dans ses mâchoires - le concept donc induit quelque chose qui est de l’ordre de la prise.
De plus, comme Freud le souligne, la question de la causalité psychique est éminemment complexe. Et c’est une belle leçon clinique qu’il nous donne quand il affirme dans son texte « Sur la psychogenèse d’un cas d’homosexualité féminine » (1920) :
« Nous nous sommes faits une idée d'ensemble sur les forces qui ont fait passer la libido de la jeune fille de la position œdipienne normale à l'homosexualité et sur les voies psychiques qui ont été empruntées en l’occurrence.
Parmi ces forces motrices figurait au premier chef l'impression produite par la naissance du petit frère, ce qui nous incline à classer le cas parmi les cas d’inversion tardivement acquise.
Mais ici nous sommes rendu attentif à un état de choses qui s'est déjà présenté à nous dans beaucoup d'autres exemples d'élucidation psychanalytique d'un processus psychique.
Aussi longtemps que nous en poursuivons le développement à partir de son résultat final, en remontant, ce qui se constitue sous nos yeux est une connexion sans lacunes et nous tenons l'idée que nous en avons pour complètement satisfaisante, voire exhaustive.
Mais si nous prenons la voie inverse, si nous partons des présuppositions découvertes par l’analyse et si nous cherchons à suivre celles-ci jusqu'à leur résultat, alors l'impression d'un enchaînement nécessaire et qu'il serait impossible de déterminer autrement nous quitte complètement. 
Nous remarquons aussitôt qu'il aurait pu également en résulter quelque chose d'autre, et cet autre résultat nous aurions pu tout aussi bien le comprendre et l’expliquer.
La synthèse n'est donc pas aussi satisfaisante que l'analyse; en d'autres termes, nous ne serions pas en état, à partir de la connaissance des présuppositions, de prédire la nature du résultat. »
Lacan, comme en écho, affirme dans la première leçon de son séminaire de 1955-1956 consacré aux psychoses : « …pour ceux qui n'y seraient pas encore je le leur dis : le grand secret de la psychanalyse c'est qu'il n'y a pas de psychogenèse. »
Deuil et mélancolie
Deuil, mélancolie et dépression donc. Lorsqu’on les évoque, il vient immédiatement à l’esprit des lecteurs de Freud ce texte considérable, au nombre de ceux qui comme Pourquoi la guerre ?, Le Malaise dans la civilisation, L’avenir d’une illusion, L’homme Moïse et la religion monothéiste … sont devenus indissociables de leur objet.
Ce texte c’est Deuil et mélancolie, écrit en 1915 et publié en 1917.
traduit de l’allemand Trauer und Melancolie
Trauer c’est le deuil, avec la même racine que traurig qui signifie triste.
Mais c’est aussi la douleur et l’affliction.
Comme en français d’ailleurs puisque deuil vient du latin dolus ou dolium qui signifie douleur.
Quant à Melancolie, en allemand comme en français, elle vient du grec et signifie bile noire.
Quel est l’objet de Deuil et mélancolie ?
Eh bien c’est justement la question de la relation d’objet, c’est-à-dire la question de la perte ou du manque de l’objet. En effet, Freud met d’emblée en relation, en perspective :
D’une part :
un évènement de chaque vie humaine qu’est la perte d’un être cher mais aussi le renoncement à une abstraction - un idéal, un amour - et leurs conséquences que l’on appelle le deuil, d’une part
Et d’autre part :
un état clinique, une affection qui ressortit à la psychopathologie. 
Voilà comment Freud introduit son texte :
«  Nous allons tenter d’éclairer la nature de la mélancolie en la comparant à l’affect normal du deuil. »
Le pathologique à la lumière du normal pourrait-on dire, si ce signifiant a toutefois un sens en psychanalyse. D’ailleurs Freud a pu dire aussi que le deuil n’est pas considéré comme pathologique car nous savons si bien l’expliquer.
Avec toutefois cet avertissement : « la mélancolie prend des formes tellement variées qu’il sera difficile de tirer un enseignement universel de cette étude, sachant de plus qu’elle prend parfois des allures plus somatiques que psychogènes. »
Il y a là très certainement la raison de l’évocation sous le même signifiant d’états différents et également la question de la structure de la mélancolie : névrose ou psychose. J’y reviendrai plus tard. 
Dans le deuil, poursuit-il, comme dans la mélancolie, il y a la perte d’un objet : cependant, et pour des raisons de constitution morbide apparaît chez certaines personnes, à la place du deuil, l’état pathologique qu’est la mélancolie.
Qu’est-ce qui caractérise donc la mélancolie ?
Sans me livrer à sa généalogie, je ferai simplement remarquer qu’elle a intéressé de tous temps aussi bien :
- la philosophie - elle ne manque pas d’être discutée par Aristote ou par Platon -
que la théologie : on pense aux pères de l’Eglise qui la renommeront acédia (dégout, indifférence en latin) pour y voir « l’extinction de la voie de l’âme et de la communication avec l’âme spirituelle et avec Dieu » comme le rappelle O. Douville dans son commentaire du texte de Freud. Ainsi, pour Thomas d’Aquin, c’est un péché mortel car elle empêche de se plier au service de Dieu.
On pense également à Chateaubriand qui dans le Génie du Christianisme affirme : « Il y a dans la mélancolie de Job quelque chose de surnaturel » faisant référence à une cause divine de son état.
Ou bien encore la médecine et cela dès l’Antiquité grecque,Sans oublier la psychiatrie avec Pinel (1745-1826) et Esquirol (1772-1840) au XIXe siècle.
Pour ce qui concerne la psychanalyse, elle apparait dès les premiers travaux de Freud : ainsi, le manuscrit G, adressé à Fliess fin 1985 (La naissance de la psychanalyse) s’intitule La Mélancolie -
Freud l’a déjà évoquée dans des lettres précédentes relativement à des patients, il l’a mentionnée dans le manuscrit D de mai 1984 dans lequel il établit le plan d’une recherche sur ce qu’il appelle Les grandes névroses, au rang desquelles il la place.
Elle est parfois aussi dans ses occurrences associée à la dépression.
Dans ce manuscrit G, on retiendra trois points importants :
L’affect qui correspond à la mélancolie est celui du deuil, i.e. le regret amer de quelque chose de perdu. Il pourrait donc s’agir, dans la mélancolie d’une perte - d’une perte dans le domaine de la vie pulsionnelle.
La névrose alimentaire parallèle à la mélancolie est l'anorexie. L’anorexie de jeunes filles – qui est un trouble bien connu – m’apparaît après observation poussée, comme une forme de mélancolie chez les sujets à sexualité encore inachevée. La malade assure ne pas manger simplement parce qu'elle n'a pas faim. Perte d’appétit – dans le domaine sexuel perte de libido. Peut-être pourrait-on partir l'idée suivante : la mélancolie est un deuil provoqué par une perte de libido. Reste à savoir si cette formule peut expliquer l'apparition de la mélancolie et les particularités des mélancoliques. Nous en discuterons en nous reportant au schéma sexuel…
Revenons à Deuil et mélancolie.
S’il procède à cette comparaison entre deuil et mélancolie, il s’empresse d’ajouter :
- qu’il ne convient en aucun cas d’assimiler le deuil à un état morbide et encore moins d’avoir recours à un médecin pour le traiter, « bien qu’il apporte avec lui de lourdes anomalies au comportement ordinaire de la vie. »
- que le temps fera son oeuvre et qu’il convient de ne pas le perturber.
Le tableau de la mélancolie dont Freud dit qu’il est en tous points analogues à celui du deuil se présente ainsi :
Altération de l’humeur profondément douloureuse,
Suspension de l’intérêt pour le monde extérieur,
Perte de la capacité d’aimer,
Inhibition à toute réalisation et abaissement du sentiment d’estime de soi qui s’exprime par des reproches et une calomnie contre soi-même et qui va jusqu’à l’attente délirante du châtiment.
En tous points analogues donc, à l’exception de ce dernier trait.
Vient ensuite la description du travail effectué par le deuil : c’est un long processus, impliquant une dépense psychique importante au cours duquel « chacun des souvenirs et des attentes dans lesquels la libido était liée à l’objet est mobilisé, sur-investi et la dissolution de la libido s’effectue sur chacun. »
Le travail de deuil serait donc un processus de désinvestissement libidinal, conduisant à son terme à une libération du moi et à une désinhibition. (Ce sont les termes de Freud)
Désinhibition signifiant disparition de l’inhibition et du manque d’intérêt caractéristiques du deuil et de la mélancolie, mais aussi de la dépression.
Perte d’un objet donc mais qui se caractérise dans la mélancolie d’être soustraite à la conscience : le mélancolique ne sait pas ce qu’il a perdu - alors que dans le deuil rien de ce qui concerne l’objet perdu ne l’est.
Et s’il sait qui il a perdu - dans le cas d’une perte réelle-  rajoute Freud, il ne sait pas ce qu’il a, avec cette dernière, perdu.
A ce sujet, on peut rappeler que Freud inaugure son texte en évoquant la perte d’une personne aimée mais également : « d’une abstraction venue occuper sa place comme la patrie, la liberté, un idéal. »
Pour prendre un exemple tiré de l’actualité politique, Jean-Luc Mélanchon a évoqué la dépression profonde dans laquelle il est tombé lorsque Lionel Jospin, candidat à la présidentielle en 2002 a été éliminé au premier tour au profit de Le Pen : "Je pleurais tout le temps, pas parce que j'avais de la peine, mais parce que le corps lâchait. Je n'arrivais plus à travailler. C'était un effondrement terrible. J'étais en ruine. Je m'en suis sorti grâce à la politique."
La question de l’idéal est d’ailleurs introduite par son texte de 1914, Pour introduire le narcissisme, contemporain de Deuil et Mélancolie donc.
Mais je ne l’aborderai pas ce soir.
Revenons à la mélancolie.
Il y a là une énigme poursuit Freud car il n’est pas possible dans la mélancolie « de savoir ce qui absorbe si complètement le malade »
Et si dans le deuil « le monde est devenu pauvre et vide, dans la mélancolie c'est le moi lui-même. Le malade nous décrit son moi comme n’étant digne de rien, incapable d’aucune activité et moralement répréhensible; il se fait des reproches, s’injurie…il se rabaisse devant tout un chacun… »
Et sans honte aucune. Bien aux contraire car il témoigne d’un « épanchement importun trouvant satisfaction dans sa propre mise à nu »
Son délire de petitesse (l’expression est de Freud) - principalement moral - le mélancolique se présentant comme étant d’une indignité présente et passée, son délire de petitesse donc se complète par une insomnie, un refus de la nourriture et un triomphe, hautement remarquable sur le plan psychologique, sur la pulsion qui contraint tout ce qui est vivant à s’accrocher à la vie. »
Triomphe de la pulsion de mort, donc, qui est en germe d’élaboration chez Freud et qui trouvera son point d’orgue théorique trois ans plus tard avec Au-delà du principe de plaisir.
Ainsi s’il y a perte de l’objet dans le deuil, dans la mélancolie c'est de la perte du moi dont il s’agit.
Et Freud d’évoquer, à la lumière de la mélancolie, ce qu’il en est de la constitution « du moi humain » : un clivage - le terme est de moi - au sein du moi entre une instance critique séparée du moi qui prend l’autre partie comme objet de jugement et de dépréciation.
Cette instance il l’appelle conscience morale et nous avons là le prodrome de sa conceptualisation du surmoi qui interviendra en 1920 avec la publication de son texte Le moi et le ça.
Toutefois ajoute t-il, il n’est pas difficile derrière les auto-reproches de discerner en fait des reproches adressées à une personne aimée, qui l’a été ou qui devrait l’être et qui se sont retournés contre la personne propre.
Vous connaissez la célèbre expression qu’il emploie alors : « L’ombre du moi est ainsi tombée sur l’objet » - Der Schatten des Objekts fiel so auf das Ich -
Comment expliquer ce phénomène : en d’autres termes sous l’effet de quel traumatisme le sujet procède t-il à une telle inversion ?
Pour Freud, la réponse se trouve dans : « une offense, une déception réelle de la part de la personne aimée » qui a « ébranlé la relation d’objet » Les reproches adressés en conséquence à la personne aimée partent de cette dernière pour se retourner sur le moi propre.
Le processus psychique sera alors le suivant : la libido qui aurait dû se retirer de l’objet choisi pour se déplacer  le cas échéant vers d’autres objets - comme dans le deuil - se trouve réinvestir le moi et de produit alors une identification du moi à l’objet abandonné : « L’ombre de l’objet est tombé sur le moi »
Freud n’en dit toutefois pas plus sur « cette offense, cette déception réelle de la part de la personne aimée. »
Même s’il précise un peu plus loin qu’il y a dû avoir « nécessairement …une forte fixation à l’objet d’amour, mais d’autre part, en contradiction avec cela une faible résistance de l’investissement d’objet. »
Et il ajoute alors, reprenant la thèse développée par Otto Rank que seul un choix d’objet sur un mode narcissique permet la régression opérée dans la mélancolie : « L’identification narcissique avec l’objet devient alors le substitut de l’investissement d’amour, ce qui a pour résultat que la relation d’amour, en dépit du conflit avec la personne aimée, ne doit pas nécessairement être abandonnée. Une telle substitution de l’amour d’objet par identification est le mécanisme significatif des névroses narcissiques.  »
On voit que pour Freud, la mélancolie est indissociable de la question du narcissisme.
Je ne m’y étendrai pas, faute de temps, mais on se souviendra que Pour introduire le narcissisme est contemporain de Deuil et mélancolie.
Dans le séminaire de l’année 1956-1957 sur La relation d’objet, Lacan évoque cette question mais en introduisant dans la dualité représentée par la mère et l’enfant un tiers terme : le phallus.
« Nous sommes ici dans un triangle phallus-mère-enfant …qui nous intéresse que pour autant qu’il est repris dans le quatuor avec l’entrée en jeu de la fonction paternelle à partir de cette, disons déception fondamentale de l’enfant  reconnaissant non seulement qu’il n’est pas l’objet unique de la mère…mais s’apercevant que l’objet possible, ceci plus ou moins accentué selon les cas, l’intérêt de la mère, c’est le phallus. »
Phallus dont il a dit précédemment dans le séminaire qu’il est « un des manques d’objets essentiels de la femme »
C’est le premier temps.
Dans un second temps, l’enfant s’aperçoit que la mère est privée de ce phallus.
Que se passe t-il alors dans la « situation oedipienne normale » pour reprendre les termes de Lacan ?
« C’est par l’intermédiaire d’une rivalité ponctuée d’identification, dans une alternance des relations du sujet avec le père, que quelque chose pourra être établi qui fera que le sujet se verra… diversement selon sa position de fille ou de garçon, mais en tout cas très clairement pour le garçon…que le sujet se verra conférer, dans certaines limites, la toute puissance phallique. »
On trouve là la question du trait identificatoire que Freud va alors évoquer en rappelant que si l’identification est un mécanisme fréquent dans les névroses de transfert, et en particulier dans l’hystérie comme formatrice des symptômes, néanmoins, il convient de distinguer l’identification hystérique de l’identification narcissique.
En effet dans cette dernière, « l’investissement d’objet est laissé inoccupé » alors que dans l’identification hystérique, il est conservé et se manifeste par certaines actions prises isolément.
La mélancolie serait-elle un échec de l’identification hystérique ou de l’identification au trait unaire - l’einziger Zug de Freud -  au profit de l’identification narcissique ?
Identification narcissique dont il dit qu’elle est « la plus originelle » et qu’elle ouvre la voie à la compréhension de l’identification hystérique.
Ainsi, la mélancolie emprunte donc une partie de ses caractéristiques au deuil en réaction à la perte réelle de l’objet d’amour mais s’y ajoute une condition qui la transforme en deuil pathologique : l’évidente  ambivalence des relations amoureuses où amour et  haine se côtoient.
Il peut ainsi affirmer que « Les causes déclenchantes de la mélancolie outrepassent la plupart du temps  le cas, évident, de la perte causée par la mort et englobent toutes les situations d’offense, de relégation et de déception, par lesquelles un antagonisme d'amour et de haine peut s’inscrire dans la relation, ou bien une ambivalence présente se voir renforcer. »
Ainsi, « si l’amour pour l’objet abandonné, auquel on ne peut toutefois, s’est réfugié dans l’amour narcissique, tandis que l’objet est lui-même abandonné » alors c’est sur cet objet de substitution, le moi propre, que la haine se déchaîne, l’insultant, l’humiliant, le faisant souffrir, le tout sur fond de satisfaction sadique et même de jouissance - le terme est utilisé par Freud (genussreich)
C’est ce sadisme qui éclaire la tendance au suicide et qui rend la mélancolie si dangereuse.
Ce qui lui permet d’ajouter dans l’étiologie de la mélancolie : «  une perte du moi, sans prendre l’objet en compte (atteinte du moi purement narcissique) » qui serait suffisante pour générer le tableau de la mélancolie ainsi qu’un « appauvrissement directement d’origine toxique en libido du moi » pouvant donner lieu à certaines formes de l’affection. »
La psychose maniaco dépressive
Freud termine son article en évoquant une particularité de la mélancolie, à savoir «  sa tendance à verser dans l’état opposé d’un point de vue symptomatique » à savoir la manie.
Tendance variable qui peut aller de l’absence totale de phases maniaques ou très légères à une alternance régulière de phases mélancoliques et maniaques, alternance qu’il nomme à cette époque « folie cyclique » et que nous appelons aujourd'hui psychose maniaco-dépressive.
Il propose une « élucidation psychanalytique » sans toutefois être assuré qu’elle se révèlera pleinement satisfaisante.
Ainsi :
Il apparaît à certains observateurs que la manie n’a pas d’autre contenu que la mélancolie, « que les deux affections se débattent dans le même complexe, auquel le moi a probablement succombé dans la mélancolie tandis que dans la manie il le surmonte ou bien l’écarte. »
D’un point de vue économique, la manie est semblable à ces états de joie, de jubilation, de triomphe qui témoignent d’une dépense psychique importante, d’une décharge psychique, qui trouve un nouvel emploi : et de citer le « pauvre bougre soudain déchargé du souci chronique du pain quotidien par le gain d’une importante somme d’argent » : de la dépression à la jubilation pourrait-on dire…
A cet effet, on peut évoquer les cas non rares de gagnants au loto de gains très importants, qui ont dilapidé leur fortune en quelques années.
Ou encore ces grands gagnants qui rêvent de gagner à nouveau.
La dimension de la jouissance nous apparait ici très clairement et ces situations nous rappellent qu’une des dimensions du traumatisme est celle de la jouissance, jouissance psychique qui n’est pas plaisir, jouissance provoquée par l’évènement, mais qu’il ne se réduirait pas à lui seul.
Manie et mélancolie, manie et dépression ne seraient ainsi que les deux faces d’une même pièce.
Freud précise à ce moment que cette dimension de jubilation, de triomphe ne vient jamais couronner la fin d’un deuil. Rappelant au passage que le processus par lequel le deuil s’acquitte de sa tache reste très énigmatique. 

Trauer und Melancolie

À partir de 1914, à la suite de ses travaux sur le narcissisme, Freud insiste sur le fait qu’il y aurait un lien entre le narcissisme et la douleur ressentie dans le deuil et la mélancolie. Ce lien est à l’origine de la différence clinique entre le deuil et la mélancolie. Freud s'appliquera alors finement à dévoiler cette différence en suivant le fil des événements de la vie quotidienne de sa clinique.
Déjà en 1895 dans une lettre adressée à Fliess, le manuscrit G, il avait insisté sur le deuil comme étant une « Sehnsucht nach etwas Verlorenem », une nostalgie, voire un désir de quelque chose de perdu.

Le narcissisme

Le séminaire de Jacques Lacan intitulé « Les écrits techniques de Freud » prend appui sur un texte particulièrement abouti de Freud : « Zur Einführung des Narzissmus ». Depuis de nombreuses années Freud s’interrogeait sur une possible fixation de la libido sur la figure maternelle,ce qu’il nommait une « narzisstische Objektbesetzung » (un « investissement narcissique de l’objet libidinal »). Déjà, en 1905, dans « Trois essais sur la théorie de la sexualité », mais aussi, en 1910, dans « Un souvenir d’enfance de Leonardo Da Vinci », puis en 1911, en réfléchissant sur le cas Schreber, et même en 1913/14 dans « Totem et Tabou », il ne cesse de travailler sur le thème du narcissisme.
Il a fallu attendre 1914 pour qu’il aborde cette question d’une façon qui lui donne toute son autorité.
100 ans après, ce texte attire toujours notre attention, dans la mesure où il reste d’une étonnante modernité.
S’il a su inspirer Lacan dans sa première approche du stade du miroir, ses effets ne cessent de se manifester en filigrane dans l’ensemble de l’œuvre lacanienne.
Patricia Le Coat-Kreissig



 
À propos de, "L’âme du narcissisme" de Christian Fierens - Pierre-Christophe Cathelineau, Patricia Le Coat-Kreissig, Jean-Louis Chassaing

 

Place de l’introduction du narcissisme dans le séminaire I de Lacan: Les écrits techniques de Freud

Christian Fierens - 11 juin 2016
Lacan situe Pour introduire le narcissisme entre les deux textes les plus importants du recueil « La technique psychanalytique », à savoir Remémoration, répétition et perlaboration (1914) et Observation sur l’amour de transfert (1915) ; les trois textes se suivent directement dans le volume XII des Oeuvres complètes (le narcissisme vient après les deux écrits techniques).
Pourquoi Lacan qualifie-t-il ces deux écrits techniques comme les plus importants de tout le recueil ? Le premier texte pose la question de la résistance à la méthode de remémoration et trouve une issue dans la répétition, dans l’agieren : ce que le patient ne remémore pas, il l’agit. Le second texte pose la question de la nature du transfert : le transfert est un amour véritable. Les deux questions – résistance et transfert – sont déjà présentes dans La dynamique du transfert (1912) et ce texte a déjà fait l’objet d’un commentaire explicite dans la leçon du 3 février 1954 (leçon V) : lorsque l’analysant interrompt le cours de ses associations (résistance), il se tourne immanquablement vers la personne de l’analyste (transfert). Selon l’expression de Mannoni « qui parle en accoucheur », « la résistance se présente par le bout transférentiel ». La leçon VI est consacrée à la Verneinung (avec le commentaire d’Hyppolite). Les leçons VII et VIII tournent autour de Melanie Klein (et du petit Dick). Au début de la leçon XI, Lacan accentue la fonction de la parole comme ce qui permet de comprendre l’expérience analytique. C’est ce domaine central dans notre expérience – qui n’est jamais indiqué comme tel – qui doit permettre pourvu qu’on prenne quelque recul, qui donne « une partie très importante des solutions des antinomies qui s’y manifestent » (p.173). La première antinomie dans notre expérience c’est que le transfert est tout à la fois le moteur de la cure et la résistance à la cure.
Ce qui doit nous étonner c’est que Lacan n’analysera jamais ces deux textes cités comme « les plus importants » du recueil freudien, consacrés aux deux alternatives de l’antinomie et qui correspondent parfaitement à l’intitulé du séminaire lacanien. Le texte sur le narcissisme devrait nous permettre de prendre le recul nécessaire pour nous situer « en fonction de la situation de dialogue analytique » (174b) et qui n’est pas sans l’antinomie fondamentale du transfert qui vaut à la fois comme résistance, frein à l’analyse et comme amour, « le ressort énergétique » (174d) de l’analyse.

À propos de, "L’âme du narcissisme" de Christian Fierens

Le 02 juillet 2016, la sortie du livre de Christian Fierens : L’âme du narcissisme a été l’occasion d’une rencontre autour d'une table ronde dans les locaux de l’ALI, à Paris. En voici quelques extraits.
 
Intervention de - Pierre-Christophe  Cathelineau
L’âme du narcissisme est un livre précieux 
C’est celui d’un lecteur particulièrement attentif de Freud, et au-delà de Freud de Lacan. Nous avions apprécié la justesse du commentaire de L’Etourdit, le tour de force dans la pédagogie auquel nous invitait Christian Fierens. C’est toujours la même justesse dans la lecture et le souci toujours palpable de redonner à l’écrit de Freud, Pour introduire le narcissisme, l’éclat de son inventivité native qui guide l’auteur, comme cela avait été le cas avec l’Etourdit de Lacan.
 Que dire du texte foisonnant par ses questions et ses amorces de réponse de l’âme du narcissisme ? Sinon que cet écrit vient restituer sa place au texte, juste avant l’autre invention majeure de la pulsion de mort, comme un moment fécond où Freud remanie à partir du narcissisme l’ensemble de sa théorie de la psychê.
On l’a dit, les deux questions qui parcourent cet ouvrage se formulent ainsi : si le narcissisme est absolument général, en quoi apporte-t-il quelque chose de nouveau par rapport à l’autoérotisme de la libido ? Si la libido investit primairement le moi, ne faut-il pas considérer les pulsions du moi, c’est-à-dire les pulsions qui veillent à la conservation du moi, comme profondément identiques aux pulsions libidinales et même encore d’avantage comme l’essence même des pulsions sexuelles ? Dans ces deux questions si justes il y a déjà les réponses.
A la première question il est répondu dans l’ouvrage de façon ambigüe et non dogmatique : le narcissisme apporte bien quelque chose de nouveau par rapport à l’autoérotisme de la pulsion, mais la question est laissée sans réponse définitive : le narcissisme primaire n’est en effet pas perceptible comme tel. Il n’y a pas de clinique du narcissisme, ni dans la névrose de transfert, ni dans la psychose, ni dans la perversion. Le report de l’investissement des objets extérieurs sur des objets fantasmatiques dans la névrose, son report sur des objets délirants dans la psychose, voir sur l’objet du désir dans la perversion ne permet en aucun cas d’étude directe du narcissisme. Il ne nous reste, dit Christian Fierens, que la voie spéculative. Le narcissisme est une hypothèse.
Mais Christian Fierens nous en avertit, il n’y a pas de symétrie entre le choix d’objet anaclitique par étayage sur le besoin et le choix d’objet narcissique, parce que le narcissisme primaire est une présupposition reconstruite par rapport au narcissisme secondaire. On voit que l’enfant aime sa mère, on voit qu’il est intéressé et donc qu’il est égoïste, on voit qu’il est autoérotique. Mais on ne voit pas le narcissisme en tant que tel. Il s’agit donc bien pour Freud d’un concept fondamental que la clinique permet d’entrevoir comme primaire, mais que la clinique ne permet pas d’observer sinon dans ses effets.
En quoi peut-on opposer par exemple l’état amoureux au choix d’objet narcissique chez une femme ? C’est que d’un côté il y a un appauvrissement du moi en libido au profit de l’objet aimé et de l’autre un état où par sa beauté la femme peut se suffire à elle-même. L’intensité avec laquelle ces femmes n’aiment qu’elle-même  est à comparer avec l’intensité avec laquelle l’homme les aime. Mais s’il y a bien dans les deux cas surestimation de l’objet, le narcissisme primaire demeure inaccessible.
Notons alors que Christian Fierens passe progressivement d’une réflexion sur le Moi à une véritable spéculation sur le sujet du narcissisme et c’est ce terme qu’il emploie plusieurs fois à la fin de son livre. C’est pourquoi une première question vient à l’esprit dans le fil de sa lecture : est-ce qu’il ne pense pas qu’en réalité avec le narcissisme Freud énonce en clair non pas une théorie du Moi et de son destin pulsionnel, mais d’une façon plus radicale une théorie du sujet, où la question du Moi devient peu à peu secondaire, par rapport à ce que Freud désigne comme un processus primaire dont le Moi ne fait que résulter ?
Il faut reconnaître à ce commentaire de Freud le mérite de nous défaire des présuppositions qui réduisent le narcissisme à sa seule dimension imaginaire, c’est-à-dire à ce lieu commun à partir du stade du miroir chez Lacan à sa seule réflexion dans l’image, formatrice du Moi. Ne peut-on pas dire qu’avec le narcissisme primaire ce sont les trois dimensions du réel, du symbolique et de l’imaginaire qui se trouve revisitées ? Précisément Christian Fierens le dit. Précisément parce que le narcissisme primaire semble être celui du sujet, coinçage des trois dimensions, et mise en œuvre de la libido, c’est-à-dire du sexuel pour le sujet et seulement du sexuel. Christian Fierens a donc beau jeu d’insister sur le caractère révolutionnaire de Freud par rapport à Jung, sur l’enracinement dans le sexuel du narcissisme originaire et de dérouler à partir du narcissisme le lien structural du sujet au Moi, du Moi au Moi Idéal et du Moi Idéal à l’Idéal du Moi. C’est l’un des aspects les plus riches et les plus persuasifs de cette étude que de montrer comment c’est parce qu’il s’aime lui-même que le sujet érige en une relance phallique, soulignée par Christian Fierens, un Moi Idéal supposé réglé sur un Idéal du Moi venu d’un environnement culturel fait d’interdits et d’obligations morales et toute la clique des instances surmoïques. Le refoulement du sexuel en l’occurrence trouve son origine dans les méandres d’un narcissisme détourné au profit d’une norme qui en dernière instance s’origine dans le narcissisme lui-même. Ce n’est jamais que pour s’aimer lui-même au regard de l’Idéal que le sujet fait l’expérience du refoulement et il est dès lors nécessaire de débusquer le narcissisme jusque dans le choix d’objet par étayage ou dans l’amour des enfants. Le choix d’objet par étayage qui suppose l’abandon du Moi est un détour pour mieux se retrouver dans l’amour d’un objet sur lequel vient s’investir la pulsion qui vient y célébrer de façon secrète  l’amour que le sujet se porte à lui-même. C’est encore plus vrai de l’amour pour un enfant, His Majesty the Baby. Sa majesté est cet objet narcissique où le parent épris s’aime innocemment lui-même à travers la dimension de complétude heureuse que peut venir incarner un enfant pour ses parents. Freud le dit clairement.
Ne peut-on pas dire que l’ouvrage de Freud remet le narcissisme au fondement de toute théorie honnête du sujet ? Loin de constituer la pierre d’achoppement d’une cure, c’est littéralement la pierre d’angle d’une théorie du sujet qui fait de l’amour qu’il se porte le vecteur du refoulement auquel il peut advenir, mais aussi la matrice de ses choix d’objet par étayage. Est-ce que Christian Fierens dirait cela de l’intention de Freud dans cet ouvrage, méditation sur l’amour ?
Si tel était le cas, nous aurions affaire à un ouvrage qui révolutionne notre approche du sujet et du désir et qui de façon étroite le sujet, le sexuel et l’amour de soi, et ce au détriment des théories qui ont réduit le narcissisme primaire à un artefact imaginaire ou symptomatique, pratiquement dépassable avec un peu d’effort, et que Freud aurait oublié en route. Il y en a bien qui dissimulent leur narcissisme dans une façon toute spectaculaire de venir incarner le Grand Autre, comme le note Christian Fierens.
J’aimerais poser deux questions à Christian Fierens : pourrait-il nous en dire un peu plus sur cette notion et sur sa façon de l’inscrire dans le nœud borroméen ? Le narcissisme authentiquement freudien ne recouvre-t-il pas une théorie du sujet ? Ne faut-il pas dès lors soigneusement  distinguer le narcissisme primaire dont parle Freud par hypothèse des phénomènes narcissiques liés au triomphe de la dimension imaginaire du Moi-en particulier dans le monde contemporain avec le primat accordé à l’image- qui  ne concerne qu’un aspect très réduit du narcissisme ? Christian Fierens commence son ouvrage avec ce qu’on pourrait appeler la vulgate de narcissisme et le termine avec une théorie du sujet.

Intervention de Patricia Le Coat-Kreissig                                                                                       
« Zur Einführung des Narzissmus » : un véritable cadeau. 
Ce thème constitue un précieux fil au travail, dans toute démarche psychanalytique, un fil sur le métier du psychanalyste.
D’emblée, nous sommes confrontés à l’étude du stade du miroir, telle que Lacan l’a proposée. Contraints à tourner en rond, nous démarrons un premier tour, comme on peut le faire dans une analyse, en s’appuyant d’abord sur Freud et ses travaux. Mais nous ne tardons pas à être surpris. Car, comme nous l’enseigne Lacan, la fin de l’analyse, c’est quand on a deux fois tourné en rond, puis retrouvé ce dont nous sommes prisonniers.
Par son thème omniprésent, ce texte de Freud constitue « une pierre d’angle », affirme Christian Fierens dans son livre. Un « point de capiton », ajouterions-nous, un retour de l’aiguille de matelassier, dont la visée traduit ce que Lacan enseigne comme étant l’élément constitutif de toute expérience humaine : « ...le point où viennent se nouer le signifiant et le signifié entre la masse toujours flottante des significations qui circulent réellement entre (…) personnages, et le texte ». Une sorte de lien qui permet la réflexion mutuelle de l’Un et de l’Autre.
Dans le travail de Christian Fierens, la question de la réflexion entre forme et contenu semble surgir de façon naturelle : « Est-ce le contenu significatif qui est déterminant dans l’histoire du sujet ? Ou est-ce la mise en forme ? ». En effet, Fierens arrive à cette interrogation de façon presque nécessaire, étant donné que le signifiant dans la conception de Lacan, « en tant qu’il est barré de toute signification fixée une fois pour toutes, implique la pratique de cette réflexion. »
Parlons de ce retour de fil sur le métier de Freud. Parlons de ce retour qui ne nous emmène pas directement à la deuxième topique, mais d’abord à la Métapsychologie. Freud, accède avec ce texte à une autre aire de travail, un terrain plus proprement clinique. Il ne s’agit ici pas d’un simple glissement de la structure « conscient préconscient et inconscient » vers celle de « moi, ça et surmoi », mais d’un retour du fil qui revient étant passé par le lieu de l’Autre.
Nous trouvons ici un texte concernant le narcissisme, réflexif sur ce qui serait non seulement à l’origine du moi, ce que Freud nomme, das Ich, mais également d’un au-delà du moi : ein anderes Ich. Egaré dans ses successives réflexions, ce moi serait-il enfin un autre ?
Quand Freud mentionne dans ce texte la conscience (« das Gewissen »), bien qu'il semble la comprendre comme une instance qui fonctionnerait en quelque sorte comme un précurseur du surmoi, la question suivante se pose : de quelle nature est cette instance autoritaire, dans la clinique du narcissisme abordée notamment avec l’homosexualité et la paranoïa ? D’où vient-elle ? Que veut elle du Ich ? Et que fait-elle du Ich ?
Christian Fierens nous propose une lecture du texte freudien à l’aide de la métaphore du miroir, « du stade du miroir comme formateur de la fonction du je » en arrière plan, de façon à ce qu’elle mette de la lumière sur nos observations quotidiennes et particulières des manifestations narcissiques. Il en extrait trois moments, trois temps :
- le moment pratique, l’instant du regard
- le moment réflexif, le temps pour comprendre
- le moment théorique, le moment pour conclure
Fidèle à la lecture du mouvement du sophisme dans «le temps logique et l'assertion de certitude anticipée», nous voilà prisonniers de « L’âme du narcissisme » ?
Le temps logique : Notre premier regard se pose sur la couverture du livre.
C’est de l’oeuvre de Jacopo del Zucca, dit Zucchi (1589) que Christian Fierens a choisi revêtir son travail. : «Psyché surprend l’Amour»
Rappelons-nous : Psyché vivant en exil dans le recèle de son amant dont elle ignore l’identité, convaincue par ses soeurs jalouses que son époux est un monstre, décide de le poignarder.
«Aussitôt que la lumière a éclairé le secret du lit, Psyché voit le plus aimable te le plus doux de tous les monstres. Cupidon en personne, le dieu charmant endormi dans la plus charmante attitude. Même la flamme de la lampe se dilate (comme une pupille, le regard) d’aise à ce spectacle, le couteau maudit sa pointe sacrilège ....
Au pied du lit gisaient l’arc, le carquois et les flèches, insignes du plus puissant des dieux.
Psyché ne se lasse pas de voir, de toucher d’admirer, les redoutables armes de son époux. Elle tire une flèche du carquois et pour en essayer la pointe, elle l’appuie sur son pouce ; mais sa main tremble et Psyché se pique. Quelques gouttelettes d’un sang rose perlent sur sa peau. Ainsi, sans s’en douter Psyché se rend elle-même amoureuse de l’Amour.... » Apulée, Métamorphoses, livre V, chapitres 22-25.
Dans le tableau de Zucchi, Psyché est armée d’une lame tranchante et son regard vise ce qui est caché derrière ce magnifique bouquet de fleurs. L’énigme loge dans le champ qui couvre le bouquet de fleurs et le regard. Qu’est-ce qu'y est à voir ? Qu’est-ce que se cacherait derrière ce bouquet, si ce n’est que le pur reflet du désir ?
Un désir qui est Autre, celui de l’Autre. Eros, Cupidon un homme pour une femme, Psyché.
Si le désir et l'amour ne font pas toujours bon ménage mais si, avec Lacan, nous concédons que « Aimer c’est donner ce qu’on a pas à quelqu’un qui n’en veut pas », si nous nouons le réel et l’imaginaire par le symbolique, qu’en restera-t-il de nos interrogations sur le narcissisme ?
Ceci fait écho à la leçon du 19 avril 1961. Lacan y conclut : « C’est autour de cette assomption subjective entre l’être et l’avoir que joue la réalité de la castration », il nous semble que c’est dans la dualité de l’objet du désir et de l’objet de l’amour que se résume la question que pose le narcissisme à la clinique psychanalytique.
Freud, en écrivant « Zur Einführung des Narzissmus », qui est une réflexion sur la réflexion, un au-delà du regard dans le simple miroir concave, en s’interrogeant et en  se retournant sans cesse sur « ce qui se joue dans la pratique analytique» comme le disait Lacan, ouvrait un espace d’une troisième possibilité de réflexion (une réflexion de la réflexion). De ce fait, il nous tendait un fil nouveau que nous devons mettre à nos métiers.
« N'acceptez pas les qualificatifs simplifiants clôturant toute discussion de narcissiques... en y situant le concept, la doctrine ... » Voici un cri sorti de « L’âme du narcissisme »  qui pousse au travail deux grandes descriptions cliniques de Freud. Il s’agit d’« Un souvenir d’enfance de Léonard Da Vinci » et du cas Schreber exposé dans « Les mémoires d’un névropathe » : «Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken ».
Pour Léonard nous rappelle Christian Fierens, c’est le manque qui porte sur la question de son origine suivi de l'échec nécessaire de réponse, qui entraîne un retour sur la question, une représentation de ce manque. Etre ou avoir le phallus de la mère ?
Les pulsions d'autoconservation, qui s’expriment dans l'amour, privent sur les pulsions sexuelles ou érotiques, c’est-à-dire le désir, chez Léonard. Cliniquement c'est l'homosexualité qui l’oriente dans un mouvement qui tourne sur lui-même, fermé à tout autre espace.
C'est dans un au-delà, dans la métaphore du miroir plan et dans sa fonction d'altérité Autre, que souffle le courant érotique, que siège l'ouverture.
Si Léonard aime sa mère, Schreber aimait d’abord son père puis son frère.
Si pour Léonard, c’est la réussite de la sublimation, c’est à dire le versement de la pulsion sexuelle dans celle non sexuelle, pour Schreber ceci est un échec. Les deux pulsions s’opposent et Schreber délire.
En dehors de ce qui se lit plus particulièrement dans des deux cas cliniques repris des écritures de Freud dans « L'âme du  narcissisme », Christian Fierens aborde le rôle des pulsions et des conflits ou accords entre elles, le rôle de l’objet d’amour, l’amour de soi et amour d’autrui, le moi idéal et de l’idéal du moi dans le narcissisme en suivant fidèlement le texte « Zur Einführung des Narzissmus ».
Diesem Idealich gilt nun die Selbstliebe, welche in der Kindheit das wirkliche Ich genoß. Der Narzißmus erscheint auf dieses neue ideale Ich verschoben, welches sich wie das infantile im Besitz aller wertvollen Vollkommenheiten befindet. Der Mensch hat sich hier, wie jedesmal auf dem Gebiete der Libido, unfähig erwiesen, auf die einmal genossene Befriedigung zu verzichten. Er will die narzißtische Vollkommenheit seiner Kindheit nicht entbehren, und wenn er diese nicht festhalten konnte, durch die Mahnungen während seiner Entwicklungszeit gestört und in seinem Urteil geweckt, sucht er sie in der neuen Form des Ichideals wiederzugewinnen."
« C’est à ce moi idéal que s’adresse maintenant l’amour de soi dont jouissait dans l’enfance le moi réel. Il apparaît que le narcissisme est déplacé sur ce nouveau moi idéal qui se trouve, comme le moi infantile, en possession de toutes les perfections. Comme c’est chaque fois le cas dans le domaine de la libido, l’homme s’est ici montré incapable de renoncer à la satisfaction dont il a joui une fois. Il ne veut pas se passer de la perfection narcissique de son enfance ; s’il n’a pas pu la maintenir, car, pendant son développement, les réprimandes des autres l’ont troublé et son propre jugement s’est éveillé, il cherche à la regagner sous la nouvelle forme de l’idéal du moi. »
Freud évoque ici le Idealich, cette instance première, infantile, à laquelle s’attache la toute puissance du petit et la perversion polymorphe de l’enfant. C’est cette perfection narcissique de l’enfance que le Ichideal tente de rejoindre, l’amour de soi.
Pouvons-nous dire, en appui sur la bande de Moëbius, que le passage du Idealich au Ichideal, du moi idéal au idéal du moi, pourrait être aperçu comme une articulation entre l’intérieur et l’extérieur de la bande ? N’est-ce pas un reflet de notre clinique moderne, la revendication d’une jouissance infantile revendiquant l’égalité pour toutes les jouissances ?
« Cette introduction ( du narcissisme) est l’introduction d’un questionnement généralisé, quantitatif, relationnel, modal dans ce qui  paraissait si bien balisé par les découvertes de la psychanalyse...c’est l’introduction du loup dans la bergerie ... » écrit Christian Fierens.
Ce loup n’attrape pourtant pas la chèvre, tel Achille n’attrapera pas la tortue. Le paradoxe d’Achille et de la tortue sur la bande de Moebius, où le dehors et le dedans se succèdent sans qu’aucun bord ne soit franchi …
Le passage du Idealich au Ichideal que Freud décrit avec beaucoup de finesse dans son article, introduit un espace, une faille, peut-être infranchissable, dans laquelle le narcissisme pourrait s’écrire.
Une autre écriture topologique s’y impose La clinique en témoigne.
La distinction entre le moi idéal et l’idéal du moi chez Freud restera un point intéressant et délicat. Pour Lacan le sujet se produit dans la mise en place d’une identification qui suit le fil du symbolique à partir d’un premier repérage à celui relevant de l’imaginaire disons le « narcissique » : autrement dit, dans un premier temps en référence à un père aimé afin d’atteindre par la voie du symbolique un au-delà, au nom du père.
« L’équivoque entre d’une part la réflexion des images et d’autre part la réflexion du symbolique autour de la question du réel est inhérente au narcissisme tel qu’il a été introduit par Freud. » en conclut Christian Fierens.
Le noeud boroméen s’y désigne.
Ouvrons le texte de Freud et interrogeons avec Ch. Fierens la « Normalité du narcissisme ».
Les premières phrases nous apprennent que « Havelock Ellis et P. Näcke employent « narcissisme » pour décrire le comportement de l’individu qui traite son propre corps comme un objet sexuel ».
Dans le texte allemand nous lisons : "Der Terminus Narzissmus entstammt der klinischen Deskription und ist von P. Näcke 1899 zur Bezeichnung jenes Verhaltens gewählt worden, bei welchem ein Individuum den eigenen Leib in ähnlicher Weise behandelt wie sonst den eines Sexualobjekts…".
«In ähnlicher Weise », l’expression d’une approche, similitude, comparaison qui introduit l’idée de la normalité avec le « wie sonst », qui veut dire habituellement. La présence de l’expression "wie sonst", évoque l’existence d’un espace de séparation entre le corps du sujet et l’objet corps.
C’est sur auto-érotisme qui s’ouvre le texte.
Freud, nous rappelle Ch. Fierens, examine ce que nous repérons aujourd’hui dans la structure psychotique à la lumière de l’investissement libidinal du moi. Mais si toute libido est narcissique, tous les hommes relèvent du narcissisme. Freud situe la libido à la fois du côté d’une « Uridentität », d’une identité primaire irréductible et de l’« Ichinteresse », de l’intérêt du moi pour soi et insiste sur l’inséparabilité des deux.
Et pourtant, c’est bien la spécificité de ce que nous nommons le narcissisme par rapport à l’auto-érotisme qui attire l’attention de Christian Fierens en suivant le texte de Freud de près.
« Nous verrons que le moi ne se développe que dans le mouvement du narcissisme et même que le mouvement du narcissisme n’est autre que le développement du moi et qu’il implique le retour ». (Christian Fierens) Il nous proposeun retour au stade du miroir et à ses étapes successives l’une constitutive de l’autre. En découle la question suivante :
Le narcissisme est-il donc : un passage nécessaire à la formation du sujet ?
La lecture du second chapitre du texte de Freud sur la dichotomie libidinale, sur la libido d’objet et la libido du moi nous emmène à la rencontre de l’hypochondrie et au phénomène amoureux, les deux côte à côte. Freud emploi le mot d’égoïsme à la place du narcissisme en évoquant le comportement égoïste du malade organique, du dormeur…Il y situe un tout autre versant de la libido. L’hypochondrie, cette clinique si riche et quotidienne, relèverait de l’auto-érotisme et non du narcissisme !
Ce passage, qui n’est pas facile à comprendre, illustre néanmoins la complexité de la question du narcissisme et de la part insaisissable de sa nature. « L’auto-érotisme et le narcissisme ne peuvent pas se situer l’un par rapport à l’autre sur la ligne du temps mais sur un cercle où tout reste présent dans l’actualité de la question », en conclut Christian Fierens.
Il n’y aurait donc pas de clinique propre du narcissisme, ni dans la névrose, ni dans la psychose ni dans la perversion. (Névrose de transfert, névrose narcissique, perversion).
Le narcissisme semblerait être partout : un ingrédient invisible de toute clinique.
La réflexion, qui démarre avec le stade du miroir et nous sert de guide, c’est la topologie.
C’est le script des espaces, du vide, une écriture.
L’objet du narcissisme, par rapport auquel nous situons le narcissisme, est à la fois objet interne et externe du sujet. Il ne saura guère se dévoiler qu’en tant que représentant, de l’a-chose et de la chose qui n’est pas, qui est, partout, pas tout et nulle part.
Le narcissisme peut-il être entendu en tant qu’hypothèse, un supposé « nécessaire » dans la formation du « je » ? Fera-t-il écho à la singularité du sujet et à la façon dont chacun traite la question du Un et de son rapport à l’objet  a « sous l’édifice apparente de la libido »?
Ce Un, le moi, dans son rapport à l’objet qui fait de lui un sujet divisé, trouve-t-il son expression dans le narcissisme et son versant mythologique ?
Si il y a une brillance dans le moi, il y a une béance qui s’annonce dans le passage du Moi au Je. Le passage fait traumatisme. "Troumatisme", comme le soulignait Lacan.
Le narcissisme y est pour rien ?
« Le grand charme de la femme narcissique ne manque pas d’avoir son revers (Freud)» ; l’insatisfaction de l’homme amoureux, ses doutes d’être aimé, son incompréhension de la femme « …ont pour une bonne part leur racine dans cette incongruence des types de choix d’objet (Freud)» ;on ne saurait affirmer plus clairement : « il n’y a pas de rapport sexuel », le choix anaclitique et le choix narcissique ne sont pas congruents, puisque le premier est la face visible de ce qu’il cache, tandis que le deuxième est la face authentique de ce qu’il frustre. » (Christian Fierens)
Finalement, alors que Narcisse reste sourd à la voix d’Echo, écoutons ce qu’elle nous dit. Entendons le narcissisme comme le reflet du regard, tel que l’écho est reflet de la voix. Narcisse, comme Echo, répètent toujours la même (m’aime) question : Celle du rapport entre le Un et l’objet a, entre le S1 et le S2, l’homme et la femme, le phallus et l’objet a. C’est ce que nous trouvons en filigrane dans l’ensemble de l’enseignement de Lacan : cette question ... entre le plein et le vide, le trop et le rien, la bascule d’un côté vers l’autre. Mais aussi la façon dont le discours se cristallise autour de cette question, se fige et aboutit soit au fantasme (libido d’objet), soit à la sublimation voire au délire.
C’est dans le discours dans la manière dont se ficelle un signifiant à un autre que nous trouvons apaisement. Par quel point de suture cela passe-t-il ?
Ce point de suture que Christian Fierens a nommé « pierre d’angle », ce niveau de retournement du fil situe l’impact de ce que Freud examine sous le terme « narcissisme ». Un point où se construit du discours dans une référence Une à une « Bedeutung » tel que Lacan l’a travaillée en appui sur les travaux de Frege.
L’objet a en place de premier référent, première réalité. C’est cette réalité qui porte l’intérêt pour tous les autres objets quelconques du monde, en place de semblant. Cet intérêt nous rappelle Fierens « est toujours déterminé par la sexualité ». S1… S2, S3, ….Sn, l’objet phallique l’objet a … objet anaclitique objet narcissique et … ?
« La Bedeutung …reste parce qu’elle est, après tout, tout ce qui reste de la pensée à la fin de tous les discours » (Jacques Lacan le 16/11/66).
La question qui se pose presque naturellement, suite à ces réflexions est la suivante :
Finalement, est-ce possible d’écrire l’émergence du narcissisme sous ses différentes apparences et visages, avec l’écriture des 4 voire 5 discours tel que Lacan les a écrits :
Une écriture du lien social entendu comme relation fondée par le langage. Quatre positions mutuelles y définissent quatre modes d'énonciation, à l’aide de quatre places permutantes : nommés place de l’agent, de l’autre, du produit et de la vérité.  Une écriture mathématique reliant deux fonctions situées de part et d'autre d'une barre.
Sous la barre, ce qui est insu, mais est indispensable à l'opération. Il y a alors toujours quelque chose de caché. « La réalité sexuelle cachée … est elle-même soutenue par un insondable narcissisme, pilier de toute l’édifice » interprète Christian Fierens dans son livre « L’âme du narcissisme ».

Intervention de Jean-Louis Chassaing
Pas de quiproquos : s’il reprend le terme aujourd’hui galvaudé de narcissisme, le livre de Christian Fierens « L’âme du narcissisme » s’inscrit dans un original et fidèle retour à Freud ! Il était temps de redonner la place et son élaboration au narcissisme, de reprendre son introduction par Freud dans la théorie psychanalytique. En effet ce mot est devenu péjoratif, souvent synonyme d’une insulte dans le langage populaire, voire éventuellement également dans la bouche de collègues analystes (voir plus loin, le pervers….)(1).
Freud l’introduit dit-il à partir d’une description clinique de P. Näcke ; il s’intéresse peu au mythe en lui-même, passant de la perversion à la place de ce narcissisme « dans le  développement sexuel régulier de l’être humain » , ceci dès les premières lignes. Pour l’Histoire, Paul Näcke est un psychiatre allemand un peu particulier, né le 23 janvier 1851 à Saint-Pétersbourg et mort le 18 août 1913 à Colditz. Il serait connu en effet notamment pour avoir introduit le concept de narcissisme en psychologie en 1899. Criminologue il prônait l’usage de la castration et de la stérilisation pour les « dégénérés », criminels ou pas.
Freud dans les Trois essais sur la sexualité revient dans une note en bas de page sur l’emploi du terme, note datée de 1915 soit un an après la publication de « Pour introduire le narcissisme » auquel il renvoie. Dans un ajout de 1920 Freud précise que  « le terme de « narcissisme » n’a pas été créé, comme je l’ai indiqué par erreur dans ce texte par Näcke, mais par H. Ellis. (La question de la paternité du terme fut abordée par la suite par H. Ellis lui-même (« The conception of narcissisme », 1927) qui reconnut que les mérites de sa création devaient être partagés ». Freud ici, en 1920, se réfère à la libido d’objet et à ses transformations, étudiées par la psychanalyse, alors que celle-ci « est incapable de différencier sans problème la libido des autres énergies qui agissent dans le moi ». Il renvoie là à son texte de 1914 et critique la position de Jung qui « dilue le concept (de libido) en le confondant avec la force pulsionnelle psychique en général ». La question de la distinction du sexuel – auquel se limite la libido – et des autres motions pulsionnelles (du moi) est à l’œuvre une nouvelle fois.
Le livre de Christian Fierens suit pas à pas le texte freudien, avec une lecture originale, contemporaine et inactuelle sauf à rester (redevenir ?) rigoureux dans la théorie psychanalytique à ce sujet.
En reprendre le contenu, avec son développement pas à pas, ses retours, ses « réflexions », mot maintes fois employé, n’est pas simple tant l’étude freudienne de ce narcissisme est un « tourbillon » comme le dit lui-même C. Fierens : le narcissisme cet « insondable ». J’avancerai le mot de « désordre » en me souvenant de mes premières lectures du texte de Freud, avant la relecture par Lacan. Et avant l’explicitation, laborieuse, pleine de finesse et utile de C. Fierens.
Certes le mot introduit en son emploi psychanalytique, et qui « provient de la description clinique » (c’est Freud qui l’introduit ainsi…) n’est pas au plus près du mythe et C. Fierens le dégage de cela – si ce n’est succinctement au début du Ch. 8 – afin d’en préciser sa place pour nous. Mais tout de même Freud reprend ce terme, nous le comprenons, afin d’interroger « l’autre » de la sexualité d’objet. A savoir, « … pour désigner le comportement par lequel un individu traite de son corps de façon semblable à celle dont on traite d’ordinaire le corps d’un objet sexuel… ». Cet aspect pervers de la satisfaction est alors élargit, ou déplacé par Freud pour « revendiquer une place dans le développement sexuel régulier de l’être humain » (première page du texte freudien de 1914).
Mais que fait donc Narcisse ?
Ce mot de « désordre » que j’ai avancé précédemment, je l’emprunte à Pierre Hadot. L’article qu’il dispense dans la Nouvelle Revue de Psychanalyse, Numéro 13 Printemps 1976, article intitulé « Le mythe de Narcisse et son interprétation par Plotin », interprète le texte de Plotin « comme l’expression du désordre qui s’introduit dans les âmes lorsqu’elles se laissent fasciner par leurs reflets. » Pierre Hadot rappelle que la fleur narcisse est une fleur d’eau, nécessitant un milieu froid et humide. C’est une fleur funèbre, celle avec laquelle on tissait des couronnes, la fleur également des grandes divinités d’Eleusis, Déméter et Perséphone. Son nom s’associe à celui de narcose, nark-issos, de narké qui signifie engourdissement. L’engourdissement, narkan ; nom donné à un médicament aujourd’hui, Narcan*, naloxone, antagoniste des récepteurs opiacés, utilisé en cas d’overdose d’héroïne. Pierre Hadot répertorie le mythe chez Ovide bien sûr, ou chez Pausanias (pour lequel le reflet est celui de la propre sœur de Narcisse, donnant ainsi au mythe la figure de l’autre comme le même, le semblable, le « double vivant »), mais il s’appuie plus volontiers sur la version de Plotin, qui lui semble faire mieux entendre ce que le mythe dégage. Selon lui « l’interprétation philosophique que Plotin nous donne de ce mythe touche plus directement aux problèmes du narcissisme ». En effet on y perçoit ce reflet du double, la notion du regard comme objet, la question de l’adresse, avec la voix d’Echo, malheureuse qui ne peut que répéter ses mots à l’endroit d’un Narcisse fasciné par l’image dans le miroir de l’eau. Par sa voix soutenant exclusivement la reproduction entendue de l’autre (mais Narcisse parle-t-il, tout à l’image qui le fascine ?), la nymphe Echo s’adresse à lui qui ne veut pas d’elle. Oui Narcisse parle, il parle à Echo : « Plutôt mourir que d’être possédé par toi ». Question de possession, son corps, son image n’appartient à personne d’autre. « Retire ces mains qui m’enlacent ». Pierre Hadot citant le texte d’Ovide le note : « Ni jeunes gens ni jeunes filles ne purent le toucher ». Une question semble essentielle, y compris pour notre propre analyse, question dont et parce que la réponse varie selon les auteurs : Narcisse se reconnaît-il en son image ? Ovide le fait se reconnaître « Iste ego sum » « Mais c’est moi ! » « Je brûle d’amour pour moi-même », ce qui n’amène aucune conséquence si ce n’est la mort. Pausanias fait reconnaître la sœur dans le reflet, c’est à dire l’autre comme semblable, autre mais du même reflet. Hadot dit qu’il est important que Narcisse ne se reconnaisse pas, il ne reconnaît pas l’objet de sa passion. Chez Ovide, Narcisse meurt de langueur, selon Hadot sa mort n’est pas punition mais délivrance. Cette question de la non reconnaissance de l’objet de sa fascination, de sa passion rejoindrait celle de la méconnaissance du narcissisme, de l’intensité de l’amour de soi-même, de son image. Un autre point important est que cet objet, reflet, n’est pas saisissable. Nous avons avec Hadot et Ovide parlé de la possession, selon ce dernier Narcisse s’écrie, en son adresse à Echo : « Inopem me copia fecit » « Ma possession de moi fait que je ne puis me posséder ». N’est-ce pas intéressant… ?! Quel drame ! « Plutôt mourir que de me donner à toi » dit Narcisse à Echo, laquelle lui « répond » en reflet « Me donner à toi »… ! Méprisée Echo se dessèchera jusqu’à devenir rocher et seule persistera sa voix, qui ne sera  qu’écho. Destin déjà de Narcisse pris dans les reflets. Sa voix, son regard. Mais le destin avait été prédit par Tirésias : « Il vivra longtemps s’il ne se connaît pas ». Traduit par Hadot non pas comme s’il « ne se reconnaît pas », il y a des pièges d’interprétation, mais comme « s’il ne se voit pas », si son regard ne rencontre pas son image, déclenchant alors la fascination. Ne s’adonner qu’à soi-même. Ce qui n’est pas donner à voir sa propre image !
Mais reprenant Plotin, Pierre Hadot resitue le mythe dans son contexte d’époque. Il n’en reste cependant pas à une simplification qui reprendrait la doctrine platonicienne : « la réalité visible n’est que le reflet du monde des Idées ». L’important pour Hadot est que Narcisse ne comprend pas quelle est la cause de ce reflet, à savoir lui-même. C’est la raison pour laquelle « il tient pour réalité substantielle ce qui n’est qu’un reflet ». L’âme « narcissique », terme que Christian Fierens pose dans son titre et dans son ouvrage, « ignore que son corps n’est qu’un reflet de son âme, parce qu’elle ignore ou a oublié le processus de la genèse du monde sensible », laquelle s’effectue par mode de reflet. « Toute la réalité des corps vient donc de l’âme, dont ils reflètent la lumière ». Pierre Hadot raconte que pour Plotin l’âme devait rester indifférente au reflet, cet auteur était paraît-il dans l’évitement du reflet de son corps.
Ainsi l’âme « narcissique » a oublié le processus de production du monde sensible et comme Narcisse elle prend le reflet pour la réalité en soi.
Je reviens brièvement sur « le désordre ». En effet lorsque les âmes se laissent fasciner par leurs propres reflets cela a des conséquences,  un désordre s’installe. Le regard se laisse emporter et figer sur ces reflets, l’œil n’est plus porté aux autres, aux horizons. L’âme, les Idées, par le regard, par la voix, s’enlise dans le corps, image, elle oublie l’établissement du monde, « le monde sensible est déjà constitué, les reflets sont là, vivants, animés, mais les âmes s’y précipitent… », alors que « le corps n’est que le reflet d’une lumière antérieure qui est la vraie réalité »… Le texte de Pierre Hadot est superbe, les récits du mythe également mais complexes.  La mé-connaissance est une idée essentielle à mon avis selon les lectures.
Revenons au livre de Christian Fierens et à Freud. La préoccupation du maitre n’est pas de reprendre le mythe. Nous dirons qu’elle tourne autour de l’amour, la libido, de l’objet et du moi. Elle est théorique plus que clinique. Christian Fierens l’écrit au début du chapitre 6 : « il n’y a pas de clinique du narcissisme ». Celui-ci n’est jamais perçu comme tel, de « tourbillon » il est ici « problématique ». « Insondable ». C’est vrai, d’ailleurs Freud fait la leçon à Jung sur le plan théorique, il s’attaque aux psychoses – parle de schizophrénie et de paraphrénie – et il maintient sa théorie des pulsions sexuelles versus pulsions de conservation, maintient le sexuel même s’il y a cette problématique du sexuel et de l’objet… et du moi.
Cependant c’est bien de clinique avec les psychoses qu’il s’agit, mais elles ne sont qu’un support de réflexion. De même il est courant de parler de « narcissisme » à propos de telle ou telle personne. Mais cela a t’il à voir avec l’introduction de ce mot dans l’œuvre de Freud ?
Christian Fierens s’appuie sur deux cas analysés par Freud. Nous ferons remarquer qu’il s’agit de deux cas écrits mais non analysés directement : Leonard de Vinci et le Président Schreiber.
Pour le premier le narcissisme s’appuie sur la relation à la mère, il est contingent. Pour le second il serait plus premier, fondamental, appuyé sur l’amour du père (et du frère) ; il serait nécessaire. Sur le premier cas la question de la sublimation se pose, comme « non-sexuel », changement de but, avec un aspect « commun », « socialisé » de l’objet. Ce qui ne peut être satisfaisant, Fierens répondant à notre question à cet égard.
Nous ne pouvons, avec cette reprise de l’introduction du mot dans la théorie, éviter la référence inflationniste au narcissisme de certains psychanalystes nord-américains – Otto Kernberg ; Hans Kohut notamment – cette fonction du narcissisme sous tendrait leurs cas dit border line. N’y a t’il pas là également –également c’est-à-dire selon l’acception populaire – une dérive sémantique du terme ? Cependant les études de ces psychanalystes sont étoffées, mais selon une psychopathologie plus psychologique que psychanalytique.
Cette introduction, que concerne-t-elle ? S’agit-il d’un concept ? Nous savons Christian Fierens exigeant et précis sur ce mot. Non, il ne s’agit pas d’un concept. Il ne s’agit pas non plus d’une vague intuition. Il s’agirait plutôt d’un outil, un moyen, une fonction, un questionnement, un moteur de réflexion pour Freud en tout cas. A maintenir comme tel pour nous-mêmes. C’est un mouvement qui s’est imposé à trouver sa place dans la théorie. Là serait son qualificatif.
Cependant dans le livre de Fierens nous trouvons aussi parfois l’aspect quantitatif.
A propos des questions fort judicieuses : pourquoi Leonard est-il parvenu à une sublimation, pourquoi Schreber est-il parvenu quant à lui à son délire, Christian Fierens rappelle  le « système hydraulique » de Freud, la quantité de la libido – le sexuel – se déversant sur le moi et sur l’objet, en vases communicants (CH. 4). Cependant la difficulté de maintenir cette bipolarité du pulsionnel se fait évidente dans la logique de la théorie. Ici Fierens pose de réelles questions quant à l’évolution de la théorie de Freud et on lira avec grand intérêt la fin de ce chapitre Pourquoi introduire le narcissisme. Le sens d’un retour de réflexion. « Cette introduction est l’introduction d’un questionnement généralisé, quantitatif, qualitatif, relationnel, modal… ». Le narcissisme interroge chaque concept construit et développé antérieurement.
Le facteur quantitatif se retrouve lorsqu’il est question justement de l’hypochondrie, de la libido d’organe et de sa prise, et à plusieurs reprises nous étudions avec Fierens au fil du livre cette passionnante et inévitable discussion, « ignorée » de longue date, celle qui concerne la distinction entre narcissisme et auto érotisme.
Pour terminer je noterai deux points importants selon moi à la suite de mon exposé.
  1. « La réflexion introduite par le narcissisme met en acte un passage : celui de la réflexion du fonctionnement d’organe à l’amour » écrit Fierens. Passage de l’investissement d’organe (hypochondrie) à l’investissement du corps (narcissisme).  Ainsi l’amour est bien un investissement de la libido d’objet mais il renvoie au s’aimer soi-même en l’autre, ou à aimer ce qui manque à soi-même en l’autre. « On aime selon le type narcissique », ce qui n’est pas la même chose que d’« aimer selon le type par étayage ». Choix anaclitique et choix narcissique ne sont pas congruents, Christian Fierens appliquant ces formulations à la relation homme/femme, il énonce le « il n’y a pas de rapport sexuel » de Lacan, homme et femme se situant différemment selon ces modalités. Cela aurait sans doute demandé un développement plus ample, notamment le rapport au phallus de l’une et de l’autre, ou de l’un et de l’Autre, mais ce livre est centré sur l’introduction freudienne du narcissisme dans sa théorie.
  2. Nous rappellerons comment Lacan parle de l’auto érotisme dans son séminaire. Il le définit par le fait que les pulsions portent sur des objets diffractés, éparses ; comme étant « un manque de soi », du tout au tout dit-il. C’est un manque d’image, un manque de i (  ). C’est donc l’inverse du narcissisme, lequel lui est i (a).
Et bien voici ce qu’écrit Freud, repris par Fierens : « Ce stade (auquel sont fixés le personnalités dans leur développement de la libido. Nd JL C) consiste en ceci que l’individu en cours de développement, qui pour acquérir un objet d’amour rassemble en une unité ses pulsions sexuelles travaillant autoérotiquement, prend d’abord soi-même, son propre corps, comme objet d’amour, avant de passer de celui-ci au choix d’objet d’une personne étrangère ». Ce que Fierens remarque bien puisque plus loin il mentionne « L’articulation du narcissisme par rapport à l’autoérotisme est certes la question du moi, indiquée par Freud comme le développement du moi ».
Beaucoup de questions sont abordées – le refoulement, l’idéal du moi (comme détachement du moi du narcissisme) – évidemment puisque l’introduction du narcissisme est un questionnement, une réflexion propre à revisiter les concepts freudiens. Ce qui n’est pas un luxe si l’on veut conserver à la psychanalyse sa spécificité et ses enjeux. Remercions Christian Fierens de nous faire effectuer ce voyage.
                                                                                                                                                                                                               
  1. Cf. également ma critique antérieure de ce livre sur le site de l’ALI. Il s’agit ici du topo à partir de la table ronde qui eu lieu le 2 juillet à l’ALI.

La psychanalyse explique-t- elle pourquoi le nazisme a été populaire ?

Identité
Le 16/11/76 dans L’insu que sait de l’une bévue s’aile à mourre Lacan annonce :
« Parce qu’il est clair que l’identification, c’est ce qui se cristallise dans une identité. D’ailleurs ce fication dans le français est en allemand autrement énoncé, Identifizierung, dit Freud, dans un endroit où j’ai été le retrouver, parce que je ne me souvenais pas que j’avais fait un séminaire sur l’Identifizierung. Je ne me souvenais pas, je me souvenais quand même de ce qu’il y avait dans le chapitre, je ne savais pas que j’y avais consacré une année. Mais je me souvenais qu’il y a pour Freud au moins trois modes d’identification, à savoir l’identification auquel il réserve — je ne sais pas bien pourquoi — la qualification d’amour. Amour, c’est la qualification qu’il donne à l’identification au père. Qu’est-ce que c’est que d’autre part ce qu’il avance d’une identification faite de participation ? Il appelle ça, il épingle ça de l’identification hystérique. Et puis il y a une troisième identification qui est celle qu’il fabrique d’un trait, d’un trait que j’ai autrefois — j’en avais gardé quand même le souvenir sans savoir que j’avais fait tout un séminaire sur l’identification — d’un trait que j’ai appelé « unaire », ce trait unaire nous intéresse parce que, comme Freud le souligne, c’est pas quelque chose qui a affaire spécialement avec une personne aimée. Une personne peut être indifférente et un trait unaire choisi comme constituant la base d’une identification. Ce n’est pas indifférent, puisque c’est comme ça que Freud croit pouvoir rendre-compte de l’identification à la petite moustache du Führer dont chacun sait qu’elle a joué un grand rôle. »
 
Dans une Conférence organisée par l’École Psychanalytique de Bretagne (à Brest le 23 Mars 2012 - Faculté Victor Ségalen) Charles Melman nous propose une étude sur la question de l'identité à partir de la lecture du texte de Freud « Psychologie collective et analyse du moi ».

L'Inconscient : Bewusstes und Unbewusstes, connaissance et savoir insu

« L'insu que sait », nous disait Lacan le 16 novembre 1976, « et après j'ai traduit l'Unbewusst, j'ai dit qu'il y avait, au sens de l'usage en français du partitif, qu'il y avait de « l'une-bévue » C'est une façon aussi bonne de traduire l'Unbewusst que n'importe quelle autre, que l'inconscient en particulier qui, en français -et en allemand aussi d'ailleurs- équivoque avec inconscience. ».

L'inconscient, l'Unbewusst, Lacan nous propose de le traduire par : l'insu.

Vient de paraître

  Hubert Ricard   Les thèses de Lacan viennent de sa pratique, mais il avait articulé celles-ci dans un cadre théorique très élaboré. De Platon et Descartes jusqu'à ...

L'histoire de l'A.L.I.

Bénédicte Metz, Thierry Roth, Jean-René Duveau 

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